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Die schlimmen “SSSS” auf der Bordkarte – was passiert jetzt mit mir?


In den letzten Wochen tauchen sie immer wieder auf, Fragen nach den SSSS auf der Bordkarte, Fragen nach dem „was muss ich befürchten“. Doch am Ende kursieren leider mehr Gerüchte über das „second screening“ und wenig belastbare Fakten. Daher werde ich mal versuchen etwas zu erklären, aufzuräumen mit Gerüchten und einige Infos zu geben.

Das „SSSS“ findet sich manchmal auf einer Bordkarte, wenn der Flug in die USA geht und steht für „Secondary Security Screening Selection

Also eine erweiterte, zweite Überprüfung und Befragung des Reisenden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr mit ESTA, VISUM und/ oder Global Entry in die USA einreist. Wer sich nun fragt was Global Entry ist, es ist die beste, schnellste und komfortabelste Einreisemöglichkeit in die USA und erfordert einen Antrag. Mehr dazu habe ich in meinem Beitrag:

GLOBAL ENTRY – einfache Einreise in die USA

bereits aufgeschrieben. Doch darum geht es hier heute nicht, hier schauen wir uns die Reisenden an, welche ein SSSS auf der Bordkarte haben, meist lässt sich daher auch vorher im Online-Check In schon keine Bordkarte erstellen und Handybordkarten gehen auch nicht.

Die schlimmen “SSSS” auf der Bordkarte – wer bekommt diesen Aufdruck?

Nun, feste Regeln gibt es hierfür nicht. Es sind eine Reihe von Faktoren die zusammenspielen und eine weitere Überprüfung des Reisenden und/ oder des Gepäcks nach sich ziehen. Einige der Gründe KÖNNEN sein:

  • das Ticket wurde von einer dritten Person gekauft
  • das Ticket wurde nicht mit der Kreditkarte des Reisenden bezahlt
  • der Ticketkauf erfolgte am Abflugtag oder sehr kurzfristig
  • das Ticket wurde in bar gezahlt
  • es handelt sich um ein Ticket nur für den Hinflug
  • Ihr hattet bei vorherigen Einreisen schon Probleme
  • es gibt Fakten die auf einen Missbrauch der Einreise hindeuten
  • Ein- oder Weiterreise in besonders „risikoreiche Länder“
  • Zahlendreher im Geburtsdatum, der Passnummer oder anderen persönlichen Daten

Dazu kommen noch Zufallsauswahl, wo- wie der Name schon sagt- keines der Kriterien erfüllt ist und Ihr einfach mal zufällig auch an der Reihe seid.

Ein SSSS Vermerk auf der Bordkarte – und nun?

Die schlimmen “SSSS” auf der Bordkarte – und nun?

Allein weil Ihr aber Eure Bordkarte nicht online ausdrucken könnt heißt das eben nicht, Ihr bekommt auch das SSSS, es gibt eine Vielzahl anderer Gründe warum das nicht geht.
Bei dem Scannen Eurer Bordkarte bei der Kontrolle am Gate oder in den USA schon bei der Pass- Bordkartenkontrolle vor der Siko macht es „beep“ und die freundlichen Damen und Herren der TSA sprechen einen Kollegen an, oft mit dem Satz „I have a quad“, vermutlich für die viermal „S“, wer weiß das schon.

SSSS Flügen in die USA

Passiert Euch das in Europa, so kommt es etwas darauf an, wer Euch über den Teich fliegt. Bei europäischen Airlines wie der Lufthansa, aber auch SAS, British Airways, airberlin und so weiter ist das meist recht entspannt. Ein Mitarbeiter der Airline fragt Euch nochmal aus.

  • Wo Ihr hinwollt
  • Woher Ihr kommt
  • Wie Ihr einreisen wollt, also ESTA, Visum, Greencard
  • Wie lange und wo Ihr bleiben möchtet in den USA

Und es folgt zudem meist nochmal eine extra Sicherheitskontrolle. In Frankfurt hatte das ein Kollege neulich gerade wieder. Lufthansa hat Ihn in einen kleinen Extrabereich gebeten und nochmals kontrolliert. So hatte ich das auch schon mehrfach.

In London, als ich mit American Airlines flog, war das durchaus etwas aufwändiger. So kam ein Mitarbeiter der Border Petrol extra in die Lounge, dort wurde ich einige Zeit befragt. Grund waren hier einige Einreisen in Ägypten zuvor, dazu kamen viele USA Einreisen, aber all das sind nur Vermutungen, einen Beleg ob es daran liegt gibt es nicht. Hier hatte ich dann auch in den USA nochmal bei der Einreise weitere Fragen zu beantworten und wurde erneut befragt. Auch das war aber dann nach 20 Minuten erledigt.

Die schlimmen “SSSS” auf der Bordkarte – gibt es nun ein Problem?

Nein, es ist einfach nur eine zusätzliche Kontrolle. Vielleicht etwas nervig und kostet Zeit, vielleicht ist manch einer auch etwas aufgeregt und ängstlich. Am Ende reist Euch aber niemand den Kopf ab und natürlich solltet Ihr kooperieren. Fragen die gestellt werden sind zu beantworten, so einfach ist das.

Je nach Art und Weise des Mitarbeiters, vielleicht auch nach Lust und Laune, gibt es dann durchaus auch einen umfangreichen Check des Gepäcks und vielleicht müsst Ihr auch alles, absolut alles auspacken und es dauert und dauert, daher wäre ich etwas früher am Flughafen.

Ist der Prozess abgeschlossen und es ist alles in Ordnung, reist Ihr einfach normal weiter. Die Befürchtung in den USA bei Einreise dann nochmal neu befragt zu werden kann ich nicht generell wiederlegen, aber in vielen Fällen passiert einfach nichts mehr. Klar kann es Situationen geben wo speziell bei der Einreise nochmal Probleme auftreten, aber sich den ganzen Flug über verrückt zu machen bringt eh nichts, Ihr könnt es ja doch nichts ändern. In den meisten Fällen ist nach der Zusatzkontrolle das Thema durch, es gibt einen Stempel auf die Bordkarte oder eine Unterschrift oder beides und damit seid Ihr fertig, also „good to go“

Sollten bei Euch all die oben genannten Gründe nicht zutreffen und Ihr bekommt immer wieder regelmäßig dieses „SSSS“ auf Eure Bordkarte, dann gibt es durchaus eine Lösung dafür, dieses in der Zukunft zu lösen. Mehr dazu aber in einem weiteren Beitrag zur so genannten Redress Nummer.

Hier nun der 2. Teil

Redress – Known Traveller und Vielfliegernummer – was Sie bedeuten und wozu die wichtig sind


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