Reise

Flüssigkeitsverbot in Flugzeugen entfällt teilweise zum 29. 04. 2011


UPDATE 30. 04.: Wie airliners.de in einer Eilmeldung berichtet, gilt es nur in 4 Staaten. Hier gehts zur kompletten Meldung auf airliners.de

Bislang haben allerdings erst vier EU-Länder – Deutschland, Dänemark, Finnland und Schweden – ihre Flughäfen mit den nötigen Scannern ausgerüstet. Mit anderen Ländern gehen die Debatte weiter. Frankreich werde auch nach der Frist am 29. April das komplette Verbot beibehalten, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel. Darüber habe Paris die Behörde bereits informiert. Großbritannien will ebenfalls dabei bleiben. «Mitgliedsstaaten können aufgrund von Sicherheitsbedenken beantragen, das Verbot weiter aufrecht zu erhalten», sagte der Kommissionssprecher. Das wäre zum Beispiel möglich, wenn die Länder noch nicht über die Geräte verfügen.

Bisher gilt ein Verbot von Flüssigkeiten größer 100 ml in Flugzeugen. Ebenso müssen Aerosole und Gele in größeren Verpackungen abgegeben werden. Diese Regelung stößt gerade bei Transitpassagieren auf Unverständnis.

Die Krux mit den Duty Free Artikeln

Wer kennt das nicht. Man kommt aus den USA zurück und hat einen Flug mit Umstieg in London, Amsterdam oder irgendwo in Deutschland gebucht. Vor dem Abflug entsorgt man fein säuberlich alle Flüssigkeiten um bei der Sicherheitskontrolle nicht aufzufallen.

Danach folgen die „Verlockungen des Duty Free“ und die Flasche des doch so guten und günstigen Whiskey, Wodka oder der gute Wein werden „geshoppt“.

Die bittere Enttäuschung folgt dann in London, Paris, Amsterdam oder wo auch immer man umsteigen muss. Gerade dieses führt zu großem Unverständnis und genau das lies sich bei meinen Mitreisenden letzte Woche in London auch nicht begründen.

Die Artikel wurden ja in New York nach der Sicherheitskontrolle gekauft, müssen doch also schon geprüft und somit sicher sein. Warum müssen diese nun entsorgt werden?

Das dachte sich wohl auch die Europäische Union (EU) und ändert die Vorschriften zum 29. 04. 2011.

Für welche Flüge/ Passagiere ändert sich etwas?

Die Änderungen gelten ausschließlich für Transitpassagiere die aus einem so genannten Drittland, also einem Land außerhalb der EU einreisen und sich im Transit befinden. Für EU Inlandsflüge und Flüge die in der Europäischen Union starten, ändert sich derzeit jedoch nichts. Hier gelten die Flüssigkeitenregelungen (max. 100 ml) auch weiterhin.

Was darf mitgenommen werden?

Ab dem 29. können nun Flüssigkeiten auf den Weiterflug mitgenommen werden, wenn diese folgende Kriterien erfüllen.

1.) Diese müssen im Duty Free nach der Sicherheits-/ Bordkartenkontrolle erworben worden sein.

2.) Diese müssen weiterhin in einem versiegelten, manipulationssicheren Plastikbeutel verpackt worden sein

3.) Es muss ein Kaufbeleg mitgeführt werden, der nicht älter als 36 Stunden ist.

Für diese Artikel findet dann eine Prüfung mit neu entwickelten Detektoren statt. Dabei müssen diese Beutel aus dem Handgepäck entnommen werden und separat auf dem „Förderband“ durch die Sicherheitskontrolle „fahren“. Auch beim Verlassen des Flughafensicherheitsbereiches gelten diese Regelungen. Solange der Beutel verschlossen bleibt und der Kaufbeleg nicht älter als 36 Stunden ist, ist beim erneuten Betreten die neue Regelung anzuwenden.

Gibt es Ausnahmen?

Ja. Für Flüssigkeiten, Gele oder Aerosole, die nicht eindeutig identifiziert werden können oder deren Ungefährlichkeit nicht eindeutig festgestellt werden kann, gilt die Zurückweisung wie bisher.

Ab dem 29. 04. 2013, also in genau 2 Jahren nach dieser „Teillockerung“ sollen dann auch für alle anderen Flüge wieder Flüssigkeiten erlaubt sein. Dann kann wieder jeder seine Getränke mitnehmen und braucht diese nicht (neu) erwerben.

Nun kann also wieder der „Duty Free“ leer gekauft werden. Zu beachten ist jedoch, wird ein Artikel im Flugzeug entnommen und ist somit die Tüte beschädigt, so müssen die anderen Artikel abgegeben werden und werden- wie bisher- vernichtet. Sollte man also etwas von den Einkäufen im Flugzeug brauchen, am besten getrennt verpacken lassen.

Quelle: airliners.de, Bild 1: (c) Merkur, Bild 2: (c) worlddutyfree.com


4 Kommentare on Flüssigkeitsverbot in Flugzeugen entfällt teilweise zum 29. 04. 2011

  1. Cassiesmann

    EU-Kommission macht Rückzieher Flüssigkeitsverbot doch nicht gelockert 29.04.2011, 10:39

    Bislang dürfen Flüssigkeiten nur in 100-Milliliter-Flaschen an Bord gebracht werden. Das sollte sich nun ändern – doch die Flughäfen sind noch nicht soweit.

    Eigentlich sollten am 29. April die strengen Regeln für Flüssigkeiten im Handgepäck gelockert werden, wenn auch nur für einen Teil der Passagiere, nämlich für Transit-Reisende. Doch auch diese Erleichterung wurde wieder kassiert: Die EU-Kommission macht einen Rückzieher.
    Umdrehen oder ausziehen zum Bildstrecke: Sicherheit beim Fliegen – Umdrehen oder ausziehen

    Sicherheit beim Fliegen – Umdrehen oder ausziehen

    Verkehrskommissar Sim Kallas verlangte einen Aufschub für die neuen Regeln, die Transitpassagieren ab diesem Wochenende das Mitführen von Flüssigkeiten von mehr als 100 Millilitern aus Duty-Free-Shops erlaubt hätte. Der Grund: Die meisten Mitgliedsstaaten wollten aus Sicherheitsbedenken bei der Lockerung nicht mitmachen.

    Deswegen wäre die Verwirrung für die Passagiere größer gewesen als die Erleichterungen, begründete Kallas seinen Schritt. Er zog damit die Notbremse, nachdem sich in den vergangenen Tagen Chaos angekündigt hatte. Denn bis zum Freitag haben nur Deutschland, Dänemark, Finnland und Schweden an ihren Flughäfen neue Geräte installiert, um die Flüssigkeiten zu scannen.

    Die EU-Behörde empfiehlt den Staaten daher, die geplante Lockerung auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Die letzte Entscheidung treffen die Mitgliedsstaaten – alle seien einverstanden. Auch in Deutschland bleibt es vorerst beim Status Quo.

    Ohne einheitliche Anwendung der neuen Regeln wäre es für Passagiere kaum nachvollziehbar gewesen, bei welchen Flügen ihre oft teuren Kosmetika oder Flaschen mit Alkohol konfisziert worden wären oder nicht. Bis wann die Kommission nun die einheitliche Regellockerung erreichen will, blieb am Freitag zunächst offen.

    Der geplante Schritt ist der erste, um die 2006 aus Sorge vor Terroranschlägen eingeführten Restriktionen abzubauen. Bis 2013, so das von der EU beschlossene Vorhaben, sollen diese auch für innereuropäische Flüge fallen.

    Der Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen) begrüßte die Entscheidung der EU-Kommission, kritisiert aber den Zeitpunkt:“Die Empfehlung der EU-Kommission zur Aussetzung der Regelung kommt viel zu spät. Deutschland hat sich als einer von wenigen Staaten an die rechtliche Verpflichtung der EU-Kommission gehalten, hat viel Zeit und Geld investiert und bleibt nun darauf sitzen. Jetzt werden die EU-Mitgliedstaaten bestraft, die sich an die Regeln gehalten haben“, beklagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

    Erst in zwei Jahren soll nach dem Willen der EU-Kommission das Flüssigkeitsverbot gänzlich fallen. Hintergrund der Regelung ist der Umstand, dass die Sprengstoff-Detektoren lange Zeit nicht auf differenzierte Untersuchungen von Flüssigkeiten ausgelegt waren.

    http://www.sueddeutsche.de/reise/flugreise-fluessigkeitsverbot-gelockert-schokocreme-oder-sprengstoff-1.1090894

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