Reviews und Reiseberichte

Gastbeitrag: British Airways Club World (Business Class) in der 747


Der Check-in verlief problemlos, allerdings sind die Wartezeiten deutlich gestiegen, seit Anfang des Jahres keine BA eigenen Mitarbeiter mehr den Check-in erledigen. Aber sei’s drum, keine fünf Minuten später sitze ich in der schönen JAL Lounge, welche BA in Frankfurt nutz. In die Lounge kommt ihr entweder mit einem Business Class Ticket oder einem One World Emerald oder Sapphire Status.

An der Sicherheitskontrolle denke ich mal wieder „Oh Mann“, als ein Herr vor mir erst mal seine Flasche leer trinkt, dann nach und nach seine Elektronik auspackt, dann exakt sieben (!) kleine Flaschen mit Flüssigkeiten auspackt – und dann bemerkt, dass er in der Jackentasche noch ein Handy und einen Geldbeutel hat. Hiermit als nochmal der Hinweis auf Svens Blog

Tipps für Wenigflieger

Das Boarding verläuft dann schnell und ich mache es mir auf Sitzplatz 1A bequem. Es handelt sich um eine Standard Business Class für einen Europaflug: geblockter Mittelsitz und (dank Reihe 1) ordentlich viel Platz. Da ich auch keinen Sitznachbarn erhalte kann ich es mir noch bequemer machen, Glück gehabt.

Nach ca. 10 Minuten Taxiing heben wir dann fast pünktlich ab. Der Pilot grüßt freundlich aus dem Cockpit und schätzt eine Flugzeit von 75 Minuten.
Keine 10 Minuten nach dem Start gibt es Frühstück „Traditional english breakfast“ mit Eiern, Bacon, Würstchen und Brötchen mit Marmelade. Geschmacklich sehr gut, der Fettbedarf für den Tag ist auch erledigt und mit einem Kaffee bin ich zufrieden. Es wird noch 2x nachgefragt, ob man noch Brötchen mag, auch Kaffee bzw. O-Saft wird gereicht.
Ich besichtige noch kurz die Toilette, ich will es mal „Standard“ nennen, ohne jegliche Amenities, aber die braucht es auf dem kurzen Flug auch nicht.
Der Landeanflug ist wetterbedingt etwas holprig und nach exakt 75 Minuten setzen wir in Heathrow auf.

Fazit: Sehr netter Service auf der Kurzstrecke, viel Platz, akzeptabler Sitz – ich kann mich nicht beschweren.

Lounges und Airport 4*
Sitz und Kabine 4*
Speisen und Getränke 5*
Service 5*

Flug 2 meiner Reise, London – Dallas in der Boeing 747

Nach fast vier Stunden in Heathrow und der sehr schönen Lounge (über die Sven schon mehrfach berichtet hat, insofern hier von mir keine Details) mache ich mich per Transferzug auf den Weg zu den B-Gates, von wo der Flug heute geht.

British Airways 747

Beim Boarding herrscht für BA-Verhältnisse Chaos: Bei der sonst übliche Reihenfolge hilfsbedürfte Personen – Familien mit Kindern – First Class / One World Emerald – Business Class / One World Sapphire – etc. vergisst man mal kurz die Business Class und boardet zunächst Eco, was man dann unterbricht, Eco Passagiere zurückschickt und dann doch Business Gäste aufruft – das Chaos war perfekt.

Ich sitze dieses mal auf dem von meinem Reisebüro (cube travel aus Berlin) empfohlenen Sitzplatz 62K im Oberdeck der 747. Ich kann nur sagen: perfekter Sitzplatz! Durch den Notausgang extrem viel Platz, zwei Große Fächer mit ausreichend Stauraum für jegliches Handgepäck und man blickt bei Start und Landung auf die sitzenden Flugbegleiter und ansonsten auf niemanden, da der nächste Sitzplatz nicht einsehbar ist. Man sitzt zwar entgegen der Flugrichtung, aber das macht aus meinem subjektiven Empfinden keinen Unterschied.

Vor dem Start werden heiße Tücher gereicht sowie ein Getränk (Sekt, Wasser, O-Saft). Der Abflug erfolgt dann, dank Chaos Boarding und weil Gepäck umgeladen werden muss, mit 50 Minuten Verspätung gegen 12:45 statt 11:55. Der Pilot ist hier noch der Meinung, dass man auf der Strecke einiges aufholen werde und rechnet mit einer Flugzeit von 9 Stunden und 30 Minuten.
30 Minuten nach dem Start gibt es Nüsse und ein Getränk nach Wahl, auch die Menükarten und Amenity Kits werden verteilt.
Das Menü sieht wie folgt aus:

Das Amenity Kit ist der BA übliche Standard in der Business Class. Anfang mochte ich den Schuhbeutel samt Inhalt, inzwischen könnte man sich mal etwas Neues einfallen lassen.

ANMERKUNG: Die neuen Amenity Kits kommen im Herbst – hier eine Vorschau

Zwischenzeitig schaue ich mir das Entertainment System an. Hier bemerkt man, dass ich nicht in einer der neueren Maschinen unterwegs bin: es sind alte Monitore mit wenig „Inhalt“. Zum einen reagieren die Geräte sehr träge, zum anderen gibt es sagenhafte zwei Filme auf deutsch und auch ansonsten nicht viel. Zwei Folgen verschiedener Comedy Serien sind einfach nicht mehr zeitgemäß, hier ist die Konkurrenz deutlich besser, selbst die „Inflight map“ ist schwach – und Außenkameras gibt es keine, WLAN (erwartungsgemäß) auch nicht. Einen USB-Lader sucht man auch vergeblich, es gibt keinen, immerhin funktioniert die Steckdose mit einem Adapter.
Eine Stunde (und zwei Totalabstürze vom Entertainmentsystem) später gibt es die Vorspeise. Diese besteht aus einem eher nicht so tollem grünen Salat sowie Lachs auf einer Art Schwarzbrot, was wiederum sehr gelungen war. Hier wurde dann auch deutlich, dass die Crew auf diesem Flug super ist: kaum lege ich das Besteck weg, steht bereits der Steward bei mir und fragt ob er das Gedeck abräumen darf, kaum ist meine Cola light leer steht eine neue Dose da, ich werde immer (!) mit Namen angesprochen – perfekt.
Weitere 25 Minuten später steht das Hauptgericht vor mir, gebratenes Rinderfilet mit Spargel, Meerrettich-Kartoffelbrei und gerösteten Blumenkohl. Das sieht nicht nur gut aus, es war geschmacklich definitiv eines der besten Essen, was ich über den Wolken geniessen durfte. Das Fleisch war butterzart, der Kartoffelbrei geschmacklich ein Traum. Wirklich sehr, sehr gut!
Auf eine süße Nachspeise hatte ich dann keine Lust mehr und habe mich für den Käse entschieden. Diese kam etwas lieblos angerichtet mit ein paar Crackern, na ja.
Danach habe ich die Liegeposition des Bettes genutzt und gute drei Stunden sehr gut geschlafen, da es im Flugzeug sehr leise war. Direkt nach dem Aufwachen steht die Stewardess bei mir, frag ob ich einen Kaffee will (klar) und serviert mir diesen umgehend mit einer Schokolade. Gleichzeitig teilt sie mir mit, dass in der sog. „Club Kitchen“ Snacks bereitstehen (Schokoriegel, Obst, Chips).
Gut eine Stunde vor der Landung gibt es noch den „Afternoon Tea“, drei abgepackte Sandwiches in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen sowie zwei kleine Stücke Kuchen. Die Kuchen waren schmackhaft, wenn auch sehr süß, die Sandwiches eher im „geht so“ Bereich, da habe ich schon besseres gegessen.
Ca. 30 Minuten vor der Landung korrigiert der Pilot seine Hoffnung etwas von der Verspätung aufholen zu können und eine Stewardess gibt verschiedene Tipps durch wann man denn sein Gepäck abholen muss, wann es durchgecheckt wird (zur Info: bei einem internationalen Weiterflug mit American Airlines, ansonsten immer Gepäck abholen und neu einchecken nach der USA Einreise!) und was mit Passagieren passiert, die auf Grund der Verspätung ihren Anschluss verpassen werden.

Mit genau 50 Minuten Verspätung landen wir in Dallas und machen eine fast 20 minütige Rundfahrt über den Flughafen, an dem an allen Ecken gebaut wird. Ich nehme die Beine in die Hand und laufe Richtung Immigration, dank Global Entry bin ich 30 Sekunden später in die USA eingereist und mache mich auf den Weg zum Gepäckband. Global Entry kann auch ich wärmstens empfehlen, ohne hätte auch ich meinen Weiterflug nicht erreicht.

Lounges und Airport
Sitz und Kabine
Entertainmentsystem
Speisen und Getränke
Service
Final Thoughts

Insgesamt war ich zufrieden. Der Service war exzellent, das Essen zwischen herausragend und ganz ok, der Sitz sehr gut. Was mich extrem enttäuscht hat war das Entertainment-System. Dass es während des Fluges zweimal komplett ausfällt und resettet werden muss – kann passieren. Dass die Auswahl so dünn ist war mehr als schwach, da reist man dann doch besser mit einem gut gefüllten Laptop oder Tablet.

Overall Score 4

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