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Review: Emirates Business Class in der A380 von Dubai nach Frankfurt


Ich mache ja kein Geheimnis daraus, das ich kein großer Fan von Emirates bin und den Hype nicht verstehe, der um diese Airline gemacht wird. Das hat absolut nichts damit zu tun, das diese aus MiddleEast kommt, ich liebe die –> Apartments bei Etihad, die –>Business und –> FirstClass bei Qatar und bin auch Emirates mehrfach geflogen. Gerade bei dem –> FirstClass Produkt aus Dubai finde ich es vollkommen überbewertet. Der Sitz ist aus meiner Sicht nicht schön und mir gefällt das Design nicht.

Auf meinem Rückweg aus Dubai bin ich aber nicht allein, sondern Kunden aus dem Emirat fliegen mit und die fliegen natürlich Emirates. Daher fliege ich das heute auch und dann wenigstens in der A380 im Upperdeck, mit einer riesigen BusinessClass. Diese ist in zwei Bereiche aufgeteilt, vorn mit 15 Reihen, dahinter eine kleinere Kabine mit fünf weiteren Reihen und dort am Fenster befinde ich mich derzeit, genauer auf 25K, also einem der Plätze am Fenster. Wo wir auch gleich bei der Anordnung wären. (–> Sitzplan)

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Die Sitze sind in einer versetzten 1-2-1 Konfiguration angeordnet. Wer also zusammen fliegen möchte, der kann das tun, muss aber dann auf den Fensterplatz verzichten, wie es bei BA auch in vielen Maschinen ist. Die jeweils äußeren Reihen sind die Einzelplätze, wobei nur jeder zweite direkt am Fenster ist, die anderen sind am Gang. Mit ganz persönlich gefallen die Sitze am Fenster (so wie meiner heute) am allerbesten. Diese bieten- gerade wenn man allein unterwegs ist- nicht nur genug Platz, sondern auch genug Privatsphäre, so hat der Reisende sein eigenes Reich.

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Schön zudem, es ist viel Staufläche vorhanden, denn oben in der 2. Etage des Flugzeuges bietet sich in den Seitenfächern unheimlich viel Platz. Nicht nur die Matratze für den Sitz, auch Decke, Kissen und mein Rucksack hatten da genug Platz.

Wer im hinteren Kabinenbereich sitzt, der hat den großen Vorteil einer kleinen Kabine. Mit den wenigen Reihen ist es auf Nachtflügen schneller dunkel, da alle schnell gegessen haben, der Service ist somit schneller erledigt. Zudem mag ich diese riesigen BusinessClass Kabinen nicht, das hat eher was von Bahnhofshalle, als vom fliegen.

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Ein Grund warum mir auch die Konfiguration von BA in der A380 mit unterschiedlichen Kabinenabtrennungen gut gefällt. (—> LINK BA BUSINESS A380)

Den Vorteil der kleinen Kabine „erkauft“ ihr Euch aber unter Umständen mit etwas Lärm. Warum? Direkt hinter der letzten Reihe befindet sich die Bar, welche Gästen der Business und FirstClass (theoretisch) zur Verfügung steht und gern mal genutzt wird um sich die Beine zu vertreten. Sitzt ihr also am Gang, so laufen fast ständig Menschen an Euch vorbei, besonders auf Tagflügen. Die Gespräche an der Bar sind bei manchen Menschen auch nicht immer leise, da diese gern alle drum herum mit unterhalten. Auf meinem heutigen Flug war das alles aber nicht so. Die BusinessClass war nicht mal halb voll (kein Wunder bei drei täglichen Flügen) und Emirates verwendet sehr dicke und schalldämmende Vorhänge im Durchgang zur Bar. Die Galley ist direkt dahinter, aber auch hier habe ich absolut nichts gehört und selbst zwischendrin ohne Ohrenstöpsel etwas geschlafen.

Der Sitz

Eines vorweg. Anders als in der FirstClass Kabine, wo der Sitz aus meiner Sicht nicht ansatzweise das hält was er verspricht und beim schlafen sogar eher unbequemer (als dieser) ist, ist es hier ganz anders. Durch die versetzte Anordnung der Sitze befindet sich der Fussbereich des Sitzes hinter Euch immer unter Eurem Tisch. Daher muss auch ein Sitz am Gang sein. Diese „Aussparung“ für die Füße ist aber- anders als bei einigen anderen Airlines, sehr groß. Nicht nur die Tiefe ist enorm, auch die Höhe und Breite geben auch Menschen mit großen Füßen und sehr großen Reisenden eine Möglichkeit entspannt zu schlafen. Gerade wenn ihr auf dem Rücken schlaft und nicht wisst wohin mit den Füßen, dann ist das doch alles eher ungünstig. Also schauen wir uns den Sitz noch etwas genauer an. Vorn wie gesagt der Fußbereich, welches zudem mit einem Fach für Eure Schuhe versehen ist.

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Direkt darüber befindet sich der ausreichend große Monitor, welcher die umfangreichen Unterhaltungsangebote zeigt, dazu aber später weiter unten mehr. Lediglich die USB Steckdose ist da vorn etwas deplatziert, aber es gibt ja noch mehr Stellen am Sitz wo Strom für Handy, Kamera oder Laptop zu bekommen ist.

Direkt neben dem Sitz (und je nach Anordnung rechts oder links) findet ihr eine große und feste Ablagefläche. Ein ganz großer Vorteil wenn man während des Essens aufstehen möchte oder einfach nur den Laptop oder Getränke irgendwo hinstellen will, ohne die ständig hin und her räumen zu müssen. Diese Ablageflächen gibt es bei ganz vielen Airlines mittlerweile und sind so ein kleines Detail, welche das Reisen durchaus erleichtern. Direkt dahinter gibts Getränke. Ja, Emirates hat an jedem Sitz eine eigene kleine Minibar eingerichtet, wo ihr schon beim Einsteigen Wasser und Softdrinks findet. Diese lassen sich bei Bedarf austauschen, wenn ihr lieber was anderes trinkt und natürlich können auch weiterhin jederzeit im Flug Getränke bestellt oder an der Bar abgeholt werden. Auch wenn ich hiervon nicht wirklich was genutzt habe, gerade die obligatorische Flasche Wasser hat somit einen festen Platz.

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Ebenfalls dort sind auch noch feste Schalter zur Sitzverstellung und auch für das Licht vorhanden, auch wenn dieses über die kabellose und mit eigenem Monitor versehene Fernbedienung auch alles erledigt werden kann.

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Auch auf den Tagflügen bietet Emirates die Auflage für die Sitze an. Diese recht dicke Matratze macht den Sitz angenehmer zum Schlafen, gleicht Unebenheiten aus und war früher nur in der First zu finden. Zum Glück haben viele Airlines diese zwischenzeitlich eingeführt und bieten die in Business und First an. Ist der Sitz heruntergefahren zu einem ebenen Bett, so sieht das so aus:

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und mit Auflage und Decke so

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Ich für meinen Teil habe daher sehr entspannt und bequem geschlafen und kam entspannt an. Bevor es aber in die Horizontale ging, gab es natürlich Essen. Da wir einen Abflug um kurz nach 8 Uhr am Morgen hatten, wurde zunächst ein kleiner Snack zum Frühstück serviert.

Das Frühstück war aber eher „geht so“ bis nicht besonders. Die Backwaren waren kalt (später beim erneuten durchgehen durch die Kabine gab es in dem Korb aber warme Brötchen), der Käse eher nach nichts schmeckend und der Kaffee war absolut nicht trinkbar. Das Problem lies sich schnell lösen, denn sowohl an der Bar, aber auch auf Bestellung gibt es (N)espresso, und so bin ich einfach den Rest des Fluges bei dem geblieben, der war zudem sehr gut. Auch die kurz nach dem Start an der Bar angebotenen Snacks, angefangen von Gebäck bis hin zu Obstspiessen und Muffins waren um ein Vielfaches besser. Da ich ja da hinten fast an der Quelle saß, gab es für mich einfach mein Frühstück an der Bar, war lecker und zudem interessant dort.

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Der Tisch lässt sich in zwei Größen ausklappen, so das es für den kleinen Snack, ebenso wie Platz für eine komplette Mahlzeit oder zum arbeiten gibt.

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Gegen Mittag war dann Zeit wieder zu Essen, also Menü aufklappen, bestellen und los. Der Salat war frisch, das Dressing lecker und die Tomatensuppe sehr gut. Auch die arabische Vorspeise, die ich parallel zur Suppe als 2. Vorspeise ausgesucht hatte, war sehr köstlich. Übertroffen wurde das Ganze nur vom Hauptgang, der war… superlecker.

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Gefolgt noch vom Dessert und einem weiteren Espresso war ich mehr als satt, nicht mal ein Snack an der Bar ging mehr rein.

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Die Bar ist eine schöne Idee wenn man mit Kollegen gemeinsam reisen möchte und sich noch auf einen Drink treffen. Steht man bei dem einen oder anderen sonst am Sitz, so steht man ja irgendwie immer im Gang und im Weg und gemütlich ist es auch nicht. Hier an der Bar kann man sich hinstellen und andere reisende treffen, oder sich mit einer Zeitung und einem Cocktail an die Seite setzen und entspannen. Mir persönlich ist es zu dunkel, das hat Qatar in der A380 besser gelöst, aber die kam natürlich auch um Jahre später, vielleicht erneuert Emirates die Bar auch in den nächsten Fliegern.

14_Emirates_A380_Business-Bar - 1Inflight und Internet

Das Inflight Entertainment bietet sicher eines der umfangreichsten Angebote in der Welt der Airlines. So lassen sich unzählige Filme, TV Sendungen und Serien ansehen, Spiele spielen oder sich informieren. Die Bedienung erfolgt über den Touch auf der (schweren) Fernbedienung, welche neben dem Sitz in der Halterung steckt. Hier lassen sich zudem auch weitere Optionen zur Sitzverstellung nutzen.

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Eine schöne Funktion ist die Karte. So lässt sich auf dem großen Monitor ein Film ansehen, auf dem kleinen könnt ihr die geflogene Strecke im Auge behalten und Euch über Flugdaten informieren.

Auf dem großen Monitor ist- insbesondere die Kamera- natürlich noch viel schöner. 15_Emirates_A380_Business-IFE-gr_ - 1

Dazu bietet Emirates allen Passagieren WiFi an Bord an. Das ist zunächst für wenige MB kostenfrei, weitere 500 MB lassen sich aber für einen Dollar dazu kaufen, also quasi auch kostenfrei. Hier mal eine Übersicht wo es verfügbar ist.15_Emirates_A380_Business-IFE-gr_ - 2

Das Netz selbst hat „ok“ funktioniert. Recht zuverlässig während des Fluges, aber langsam. Da gefällt mir die Netzabdeckung und Geschwindigkeit bei American Airlines oder bei Lufthansa deutlich besser, ist aber auch teurer.

Mein Fazit

Ja, würde ich durchaus wieder fliegen. Das Produkt in der A380 in BusinessClass ist ein solides Produkt, ich hatte freundliche Flugbegleiter(innen) und einen sehr angenehmen Flug. Bei voller Kabine könnte es hinten vor der Bar lauter werden, aber das weiss man ja vorher wenn man sich dort hinsetzt. Hier nun noch einige Eindrücke und Ausblicke und weiter viel Spaß beim Lesen im Blog.Emirates_A380_ - 1 Emirates_A380_ - 2 Emirates_A380_ - 3 Emirates_A380_ - 4 Emirates_A380_ - 5


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