Reise

Gastbeitrag: Kasbah Tamadot – zu Gast beim Sir Richard Branson


Bei der Kasbah Tamadot handelt es sich laut Eigenwerbung nicht um ein normales Hotel sondern vielmehr, denn so verrät es der Slogan des Hauses, um den Marrokanische Zufluchtsort von Sir Richard Branson. Nun galt es großen Worten Taten folgen zu lassen und zu beweisen das dem so ist.

Vorab sollte erwähnt sein, dass der Erwerb des Grundstückes durch Sir Richard Branson auf die Initiative seiner Mutter Eve Branson zurück geht. Eve Branson hatte sich wohl in die zum Kauf stehende Kasbah verliebt und musste Ihrem Sohn Richard im Gegenzug für den Erwerb die Patenschaft für die umliegenden Dörfer übernehmen. Seither kümmert Sie sich darum in 3 umliegenden Dörfern speziell den Frauen Arbeit im Handwerk und damit eine Perspektive für Ihre Familie zu geben.

Bereits die Abholung am Flughafen ließ Großes erwarten. Nachdem wir den ausgesprochen guten Service von Swiss Int. auf dem Weg von Zürich nach Marrakech genießen durfte, erwartete uns nach einem kurzen Spaziergang über das Vorfeld des Flughafens Marrakech Manera an der Flughafentür der freundliche Mitarbeiter der Kasbah Tamadot und geleitete uns umgehend in den VIP Salon im Ankunftsbereich. Flugs wurden dann von einem ausnehmend freundlichen Flughafenmitarbeiter die Pässe entgegengenommen und er eilte zur Passkontrolle um die Einreise zu vollziehen. Nach etwa 10 Minuten kam er zurück und hatte ohne unser Zutun für die nötigen Formalitäten gesorgt. Anstatt uns dann in ellenlangen Warteschlangen einzureihen eilten wir unter Begleitung von 3 Mitarbeitern durch einen separaten VIP Eingang zum Gepäckband auf dem bereits unsere Koffer auf uns warteten. Somit saßen wir kaum 20 Minuten nach der Ankunft bereits in unserem 4WD Fahrzeug welches und gut klimatisiert und mit ausreichend kaltem Wasser versorgt, in rund 60 Minuten in auf rund 1300 Meter in die Höhen des Atlas beförderte.

In der Kasbah angekommen wurden wir mit einem wohlriechenden kalten Tuch begrüßt und unversehens in eine Lounge mit verschwenderisch orientalischen Chaiselounges geführt in der wir freundlich darum gebeten wurden, die letzten 2 Zeilen mit der Wohnadresse in der Registrierung auszufüllen. Um uns diesen unangenehmen Arbeitsaufwand zu versüßen, wurde uns umgehend ein Glas Champagner angereicht. Kurze Zeit später wurden wir herzlich von Kathryn begrüßt, die sich im weiteren Verlauf des Aufenthaltes als immer anwesender guter Geist, mit einem exzellenten Gespür für die Wünsche der Gäste entpuppte.


Nachdem die Champagner Gläser geleert waren erhielten wir eine ausführliche Führung durch die Kasbah Tamadot und erreichten nach 30 informativen und eindrucksvollen Minuten unser Domizil für die nächsten 3 Nächte. Zimmer 54 eine „Tented Berber Suite mit Plunge Pool“.

Die Kasbah Tamadot verfügt über 27 Zimmer und Suiten wovon die von uns bewohnte Suiten Kategorie, neben der aus 3 Schlafzimmern nebst eigenen 25 Meter Pool bestehenden Master Suite, sicher die exklusivste Kategorie darstellt. Die Suite an sich verfügt über etwa 65 qm Wohnfläche auf denen sehr geschmackvoll ein bequemes King Size Bett eine komfortable Orientalische Sitzlandschaft und ein Schreibtisch im Wohnraum sowie ein Ankleidezimmer mit großem Kleiderschrank und ein fantastisches Badezimmer arrangiert wurden. Das Badezimmer verfügt neben Doppelwaschbecken aus edlem Metal über eine freistehende Badewanne und eine Regendusche. Daneben findet sich umfangreiche Abstellflächen für allerlei Hygienebedarf. Die Amenities kommen in Form hochwertigsten Tiegel mit unglaublich gut riechenden und sich fantastisch anfühlenden Produkten regionaler Erzeugung daher.
Die gut 40qm große, nicht einsehbare Terrasse bietet neben einem großen Esstisch nebst gepolsterten Stühlen auch noch zwei bequeme gepolsterte Sonnenliegen und einen 3×2 Meter großen Plungepool. Nicht zu vergessen ist natürlich das Atemberaubende Panorama auf das der Kasbah zu Füßen liegende Tal, die Bergketten ringsherum und das Berber Dorf auf der anderen Seite der Schlucht. Dieses Panorama änderte sich nun im laufe des Tages durch die unterschiedliche Sonneneinstrahlung und zeigte sich in Dutzenden verschiedener Rot- und Gelbtönen.

Zu den Weiteren Annehmlichkeiten der Suite gehört eine umfangreiche und kostenfrei Minibar, welche unter anderem jeweils eine 375 ml Flasche marokkanischen Rotwein, Weißwein und Rosé beinhaltete. Daneben findet sich eine umfangreiche Auswahl an Softdrinks, Bier und Mineralwasser soviel man nur trinken kann. All dies wird täglich aufgefüllt und sollte es in heißen Sommertagen notwendig sein wird auch unter tags der, mit rund 8 Liter bereits ausgesprochen umfangreiche, Wasservorrat mehrfach kostenfrei ergänzt. Darüber hinaus erhält ein jeder Gast, egal ob er eine Woche oder eine Nacht, in der Kasbah Tamadot verweilt ein paar traditioneller marokkanischer Babouche. Überdies sollte das täglich ergänzte Angebot an frischem Obst, nach Saison auch aus dem eigenen Obstgarten, einen exzellenten Auswahl an Tee für die traditionelle Teekanne und Kaffee aus der Nesprossomaschine nicht unerwähnt bleiben. Last but Not least gehörte auch eine Auswahl an frischen gerösteten Mandeln und Pistazien zur Grundausstattung unseres Domizil.

Der begehbare Kleiderschrank barg indes weitere, hilfreiche Utensilien wie einen repräsentativen Kasbah Tamadot Stoffbeutel für die Poolausstattung und kuschelige traditionelle Überwürfe und flauschige Wolldecken für kalte Stunden und Tage. Das bequeme King Size Bett wies neben einer umfangreichen Auswahl hochwertiger Kissen auch Bettwäsche in höchster Qualität auf. Das Bose iPod Radio spielte, wann immer man das Zimmer betrat lauschige Musik unschiedlicher Künstler von CD. Ein gut in der Wand versteckter und nur in den Berber Tented Suiten vorhandene Fernseher und DVD Player sorgen wenn nötig für kurzweilige Unterhaltung mit in der Bibliothek erhältlichen Leihfilmen aus allen Epochen, vornehmlich in englischer Sprache. Die Suite verfügte über gleich 2 Klimaanlagen welche das Zeltkonstrukt jederzeit angenehm und rasch auf die gewünschte Termperatur erwärmte oder kühlte.

Insofern man als Gast nicht eine der 5 Berber Tented Suiten mit Pool, der 4 erst vor 18 Monaten erbauten Berber Tented Suiten ohne Pool oder die Master Suite bucht so wartet bei der Anreise eine große Überraschung auf den Gast , da alle anderen Zimmer und Suiten einzigartig in Lage, Grösse und Farbe sind. Keine Räumlichkeit gleich der anderen und als kleine Guideline für die Buchung sei angemerkt, dass zumeist die von der Fläche her größten Zimmer oder Suite der jeweiligen Kategorie den potenziell schlechtestes Ausblick haben und jene die am kleinsten sind den schönsten, obgleich dies sicher eine Wahrnehmungsfrage ist.

Sollte dem Gast das Zimmer welche ihm zugedacht war wiedererwartend nich gefallen dann ist das freundliche und immer ausserordentlich aufmerksame Team darum bemüht ein alternatives Zimmer zu finden oder gegen Zahlung des Unterschiedbetrages ein Upgrade auf das vom Gast gewünschte Zimmer vorzunehmen. Aufgrund der zumeist mittleren Auslastung ist dies wohl laut Hotel und Rezessionen in diversen Foren auch kein wirkliches Problem.

Allerdings sollte man sowohl die Berber Tented Suiten als auch speziell die Master Suite frühzeitig und gezielt buchen da diese Kategorien außerordentlich beliebt und während unseren Aufenthaltes in der ersten September Woche ausgebucht waren.

Für all jene, die öffentliche Orte der Privatsphäre der Suite oder des Zimmers vorziehen bietet die Kasbah Tamadot neben einem großen, niemals übervölkerten Swimmingpool nebst Whirlpool für 30 Personen, ein Terrassen Restaurant und Bar, eine lauschige Bibliothek, eine kleine gemütliche Lobby, ein verschwenderisch mit großen Leder Sesseln ausgestattetes Business Center nebst PC und einen lauschigen Reflection Pool mit zahlreichen Sitzmöglichkeiten im Innenhof.

Kulinarisch verwöhnt die Kasbah seine Gäste mit einen tollen a’la Carte Frühstück, welches unter anderem exzellenten Yoghurt, frische Früchte, traditionelle marokkanische Brotsorten, Frühstücks Tadjien und Eierspreisen in jeglicher vorstellbaren Form aufweist. Weiterhin wird ein attraktives Lunch Angebot auf der Pool Terasse oder wahlweise im flinken Room Service gereicht.

   

Das täglich wechselnde und zwischen 7 Gang Tasting Menüs, Büffets, und a‘ la Carte rotierende Abendangebot wird, insofern dies das Wetter zulässt, an unterschiedlichen Orten serviert. Wir hatten das Vergnügen am Samstag das internationale 7 Gang Tasting Menü in romantischer Atmosphäre am Reflection Pool, am Sonntag das a’la Carte Menü auf der Dachterasse und am Montag das umfangreiche Berber Büffet auf der Pool Terasse zu genießen. Die kulinarische Rundreise wurde auch nach unserer Abreise am Mittwoch mit einem a’la Carte Menü, am Donnerstag mit einem marrokanischen 7 Gang Tasting Menü an der langen Tafel am Pool und einem freitäglichen BBQ Büffet weitergeführt. Aufgrund des ausgefeilten und abwechslungsreichen Kulinarischen Angebotes wird sicher auch ein längeren Aufenthalt diesbezüglich nicht langweilig.

Mit den rund 120 fest Angestellten und immer zuvorkommen Mitarbeiter bringt es die Kasbah auf eine Mitarbeiter/Gast Ratio von 2 zu 1 und rechtfertig damit aus unserer Sicht durchaus das recht anspruchsvolle Preisniveau. Einfache Deluxe Zimmer sind dabei zu moderaten Preisen ab rund 600 EUR pro Nacht incl. Frühstück in der Doppelbelegung zu haben. Hingegen schlägt eine Berber Tented Suite mit Pool mit einem Preis von rund 1200 EUR pro Nacht incl. Frühstück in der Doppelbelegung deutlicher zu buche, rechtfertigt aber aufgrund des besonderen Erlebnisses diesen durchaus.

Die optional buchbare Vollpension, bestehend aus einer freien Auswahl aus dem gesamten Lunch und Dinner Menü, ist mit rund 80 Euro durchaus realistisch kalkuliert lohnt aber speziell für Langschläfer eher weniger. Vorspeisen weist sowohl Lunch als auch Dinner Menü mit etwa 10 Euro, Hauptgerichte mit Preisen um die 20 Euro und Dinner Buffets sowie Tasting Menüs mit rund 50 – 60 Euro aus. Getränke, mit Ausnahme des starken, leicht bitterlichen marrokanischen Minztee, sind immer separat zu zahlen und schlagen für ein 1 Liter Wasser mit etwa 5 Euro, einer Flasche marrokanischen Weins mit etwa 25 Euro und einem Bier mit etwa 8 Euro zu Buche und sind damit angemessen in Preis und Leistung. International Wein Pairings zu den Tasting Menüs sind ebenfalls zu rund 50 Euro zu haben.

Das Hotel offeriert eine umfangreiche Auswahl an Ausflügen und Aktivitäten wie Quad und Mountain Bike Touren, Wanderungen mit oder Ohne Mulie oder Pferd oder gar einen Balloon Rundflug zum morgendlichen Sonnenaufgang. Die Preise variieren zwischen 15 Euro für einen einstündigen Mulie Ausritt und 350 Euro für eine 3 tägigen geführte Wanderung auf den mit 4000 Metern höchsten Berg Nordafrikas.

Im Hotel selbst stehen darüber hinaus ein attraktives SPA nebst Innenpool, ein Fitness Center mit Panorama Blick und zwei Tennisplätze sowie ein Petenque Platz zur Verfügung. Spa Anwendungen liegen dabei mit Preisen um die 100 Euro die Stunde auf international üblichem Niveau.

Für die Anreise vom Flughafen Marrakech Menara berechnet das Hotel rund 90 Euro für die 60 Minütige Fahrt oder zwischen 1200 und 1400 Euro für den etwa 20 Minuten Helicopter Flug. Alles jeweils One Way pro Vehikel!

Nach 3 Nächten Kasbah Tamadot kann man feststellen das Sir Richard Branson und sein Team den großen Worten hat Taten folgen lassen und mit diesem außergewöhnlich Ort kein Hotel, sondern einen ganzheitlichen Rückzugsort geschaffen hat. Fast alles ist perfekt an diesem einzigartigen Ort der Ruhe und Entspannung.

Zu guter Letzt sei erwähnt das Sir Richard Branson Zusammen mit der Kasbah dem Vorbesitzer, einem Kunsthändler, ein prall gefülltes Lagerhaus mit Antiquitäten abkaufen musste. Dies führt dazu das dass gesamte Haus mit Antiquitäten vornehmlich aus Asien, darunter indische Elefanten, chinesische Hunde und griechischen Göttern ausstaffiert was zusammen mit dem arabischen Flair des Hauses eine erstaunliche stimmigen Gesamteindruck hinterlässt.

Autor:

IMG_1540 - Arbeitskopie 2.jpgSilvio Rebmann ist Geschäftsführer des Reisebüros cube-travel.de, sowie des Reiseveranstalters usatravel.de Wer erfahren möchte, wo und wie er sonst so fliegt, der liest dieses unter anderem auf seinem Profil bei Flugstatistik.


1 Kommentar on Gastbeitrag: Kasbah Tamadot – zu Gast beim Sir Richard Branson

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