Auf den Flügen zwischen Hawaii und dem US-Festland gehörte die warme Mahlzeit in der Economy lange zum festen Programm, ein Detail, mit dem sich Hawaiian Airlines von der US-Konkurrenz abhob. Damit ist ab dem 1. Juli 2026 Schluss. Die Airline stellt die Bordverpflegung auf ein Bezahlmodell um und verpackt den Schritt in eine Mitteilung, die das Wort Streichung sorgfältig vermeidet.
Was sich zum 1. Juli ändert
Bisher bekam jeder Economy-Passagier auf den inneramerikanischen Strecken eine kostenlose Mahlzeit serviert. Künftig gibt es stattdessen ein Pre-Order-Programm, bei dem die Gerichte vorab gegen Bezahlung ausgewählt werden. Die Preise liegen zwischen 10,99 und 16,99 US-Dollar pro Gericht. Wer nicht vorbestellt, findet an Bord nur noch eine kleine Auswahl zum Kauf, etwa Snackboxen und Ware vom Snack-Wagen.
Offiziell heißt das in der Sprache der Airline nicht Kürzung, sondern Aufwertung. Man spricht von einem neuen Bordkonzept mit mehr Auswahl, besserer Qualität und einem engeren Bezug zur Küche Hawaiis. Dass die kostenlose Mahlzeit dabei komplett verschwindet, hat zuerst hawaiipublicradio.org gemeldet.
Pre-Order statt Tablett
Das neue Menü stammt vom auf Maui ansässigen Koch Sheldon Simeon, einem Finalisten des renommierten James Beard Award. Zur Auswahl stehen Gerichte, die über den Tag wechseln. Zum Frühstück sind unter anderem Corned Beef Hash mit Ei, French Toast im Inselstil oder Bananen-Pancakes geplant, mittags und abends etwa knuspriges Mochiko-Chicken mit Knoblauch-Nudeln oder ein Teriyaki-Chicken-Bento.
Vorbestellen lässt sich zwischen zwei Wochen und 20 Stunden vor Abflug. Wer den Zeitpunkt verpasst, ist auf das schmale Bordsortiment angewiesen. Zumindest einen lokalen Snack gibt es noch gratis für jeden Gast. Passagiere in der Business Class trifft das sind.
Die Ausnahme heißt New York
Eine Strecke bleibt von der Umstellung ausgenommen. Auf den Verbindungen von und nach New York-JFK serviert Hawaiian weiterhin kostenlose Mahlzeiten. Gerade auf den langen Ostküsten-Flügen, wo eine warme Verpflegung am ehesten erwartet wird, ändert sich also nichts. Das wirft die naheliegende Frage auf, warum die angeblich so verbesserte Verpflegung ausgerechnet dort nicht zum Verkauf kommt.
Warum der Schritt kommt
Hawaiian Airlines schreibt seit Jahren rote Zahlen und gehört inzwischen zur Alaska Air Group. Dass die beiden Marken ihre Bordprodukte angleichen, war absehbar, denn Alaska Airlines verkauft seine Mahlzeiten in der Economy schon lange und gilt mit diesem Buy-on-Board-Angebot als durchaus solide. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Umstellung damit nachvollziehbar. Eine kostenlose Mahlzeit, die ein Teil der Kabine ohnehin ablehnt, bringt weder Mehreinnahmen noch zwingend zufriedenere Gäste.
Mahlzeit
Verärgern dürfte Vielflieger weniger die Streichung selbst als der Ton der Ankündigung. Eine wegfallende Leistung als Serviceverbesserung zu verkaufen, kennt man bei uns nur zu gut. Als die Lufthansa auf der Kurzstrecke die kostenlosen Getränke und Snacks in der Economy strich, war ebenfalls von Kundenwünschen die Rede. Unterm Strich heißt das neue Konzept für die meisten Reisenden schlicht, dass das Essen an Bord künftig extra kostet. Wer auf einer der betroffenen Strecken unterwegs ist, plant die Verpflegung am besten vor dem Abflug, ob nun per Vorbestellung oder mit dem selbst mitgebrachten Proviant.

