Das thailändische Kabinett hat am 19. Mai 2026 das Ende der 60-tägigen visumfreien Einreise beschlossen. Für deutsche, österreichische und Schweizer Pässe sinkt die erlaubte Aufenthaltsdauer wieder auf 30 Tage. Visa on Arrival (VOA) wird gleichzeitig auf nur noch vier Länder beschränkt. Ein genaues Inkrafttreten steht aus, dürfte aber vor der Hochsaison im Winter 2026 liegen. Für Langzeitreisende ändert sich damit deutlich mehr als die reine Anzahl der Tage.
Was genau beschlossen wurde
Das thailändische Kabinett hat die seit Juli 2024 geltende 60-Tage-Regelung für visumfreie Aufenthalte gekippt. Betroffen sind alle 93 Länder und Territorien, die unter das Programm fielen, darunter Deutschland, Österreich, die Schweiz, der gesamte Schengen-Raum, die USA, Großbritannien und Israel. Die Regelung kehrt damit zurück zum Stand vor Juli 2024, also zu maximal 30 Tagen bei Einreise auf dem Luftweg.
Parallel dazu wird das Visa on Arrival massiv eingedampft. Laut Bangkok Post bleiben nur noch vier Nationalitäten VoA-berechtigt: Aserbaidschan, Belarus, Indien und Serbien. Alle anderen bisherigen VoA-Länder müssen künftig vorab ein E-Visum beantragen. Manche Nationalitäten landen zudem in einer 15-Tage-Kategorie statt in der 30-Tage-Klasse.
Warum Thailand zurückrudert
Die Regierung begründet den Schritt offen mit Sicherheits- und wirtschaftspolitischen Erwägungen. Die 60-Tage-Regel sei zur Post-Covid-Belebung gedacht gewesen, habe aber zu einem Anstieg von Ausländern geführt, die im Land Geschäfte aufziehen oder kriminellen Aktivitäten nachgehen. Medienberichte nennen Schwarzarbeit, illegale Geschäftstätigkeit und systematisches Überziehen der Visa. Eine offizielle Liste der Nationalitäten, die einzelnen Vorfällen zugeordnet werden, gibt es nicht, und der Schritt gilt pauschal für alle 93 Länder.
Hinzu kommen wirtschaftliche Sorgen. Die Tourismusankünfte lagen bis 17. Mai 2026 um 3,3 Prozent unter dem Vorjahreswert, der wirtschaftliche Planungsrat erwartet einen weiteren Rückgang auf 32 Millionen Besucher für das Gesamtjahr. Die Regierung will offenbar verhindern, dass visumfreie Langzeitaufenthalte das DTV-Visum und andere reguläre Aufenthaltskategorien aushöhlen.
Was das für Vielflieger konkret heißt
Für klassische Stopover-Konstellationen ändert sich operativ wenig. Wer Bangkok als Zwischenstopp auf Asien-Routings nutzt oder zwei bis drei Wochen Strand und Stadt kombiniert, bleibt souverän unter der 30-Tage-Grenze. Auch Positionflights via BKK oder Premium-Routings sind nicht direkt betroffen, hier zählt ohnehin meist nur der Transit oder ein kurzer Aufenthalt.
Spürbar wird die Änderung bei längeren Aufenthalten, die bisher entspannt in 60 Tagen ohne Behördengang abgedeckt waren. Wer regelmäßig fünf bis acht Wochen in Thailand verbringt, etwa zur Überwinterung oder als Remote-Worker zwischen zwei Projekten, muss künftig entweder eine 30-Tage-Verlängerung bei der Immigration beantragen, ein E-Visum vorab buchen oder direkt auf das DTV-Visum für Langzeitreisende umstellen. Die 30-Tage-Verlängerung kostet aktuell rund 50 Euro und ist weiterhin möglich, frisst aber einen halben Tag in Bangkok, Pattaya oder Phuket auf der Ausländerbehörde. Agenturen kosten ein paar Euro mehr und nehmen einem den Papierkram und die Zeitverschwendung ab.
Praktische Empfehlungen für die nächsten Buchungen
Solange kein konkretes Stichdatum verkündet ist, gilt das alte 60-Tage-Regime weiter. Dennoch ist es sinnvoll, bei Buchungen für den späten Herbst und Winter 2026 vorsichtig zu kalkulieren und längere Aufenthalte abzusichern. Wer einen Flexpreis oder eine erstattbare Award-Buchung hat, ist im Vorteil, sobald die Übergangsfrist offiziell wird. Die Thailand Digital Arrival Card (TDAC) bleibt unabhängig vom Visa-Status für alle Ausländer verpflichtend und ersetzt das alte Papier-TM6.
Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt die Lage besonders komfortabel, denn ihre Pässe ermöglichen weiterhin 30 Tage visumfreien Aufenthalt mit der Option auf Verlängerung. Wer länger plant, sollte das E-Visum oder DTV früh genug ins Auge fassen, statt sich auf VoA-Routinen zu verlassen, die es so bald nicht mehr geben wird.

