Riyadh Air hat einen festen Starttermin für den ersten kommerziellen Linienflug mit eigener Boeing 787-9 genannt. Am 1. Juli 2026 wechselt die neue saudische Airline auf der Verbindung Riyadh nach London Heathrow von ihrem geleasten Übergangsflugzeug auf das erste werkneue Dreamliner-Exemplar. Damit verlässt der Carrier nach mehr als sechs Monaten Übergangsbetrieb endgültig die Aufwärmphase. Tickets sind bereits über die Riyadh-Air-Website und die App buchbar.
Was sich am 1. Juli ändert
Seit Ende 2025 fliegt Riyadh Air zwischen London Heathrow und Riyadh mit einer von Oman Air geleasten Maschine. Das Flugzeug trägt den Namen Jamila und wurde innen in den Riyadh-Air-Farben hergerichtet, hat aber nicht die eigens entworfene Kabine an Bord. Ab dem 1. Juli übernimmt die erste eigene Boeing 787-9 die Strecke. Jamila bleibt im Betrieb, allerdings nur noch als technische Reserve.
Der Flugplan auf der London-Strecke ist eng getaktet. RX402 verlässt London täglich um 9:35 Uhr und erreicht Riyadh um 18:05 Uhr Ortszeit. Der Red-Eye-Rückflug RX401 startet um 2:35 Uhr ab Riyadh und landet um 7:30 Uhr in London.
Riyadh Air operiert in Heathrow vom Terminal 4 und in Riyadh vom Terminal 2. In Heathrow nutzen Passagiere die Plaza Premium Lounge, in Riyadh betreibt die Airline eine eigene Lounge im King Khalid International Airport.
Streckennetz, sechs bestätigte Ziele und neun weitere geplant
Riyadh Air positioniert sich zunächst nicht als Drehkreuz-Airline, sondern als Point-to-Point-Anbieter ab Riyadh. Zum Start sind sechs Strecken offiziell bestätigt:
- London Heathrow
- Manchester
- Madrid
- Kairo
- Dubai
- Jeddah
Über Slot-Filings plant die Airline für den Sommer 2026 zusätzlich neun weitere Ziele, deren Genehmigungen noch ausstehen, namentlich Amman, Bangkok, Islamabad, Jakarta, Kuala Lumpur, Lahore, Manila, Mumbai und Paris.
CEO Tony Douglas hat das Jahresziel formuliert, bis Jahresende mit zehn bis zwölf Flugzeugen 18 bis 20 Ziele anzufliegen. Im Werk in Charleston stehen aktuell sieben fertige 787-9 für Riyadh Air, ein achtes ist fast fertig. Aber alle warten noch auf die finale Zertifizierung des Prototyps.
Kabine, drei einhalb Klassen mit Business-Plus-Idee
Die Boeing 787-9 von Riyadh Air kommt mit einem ungewöhnlichen Kabinenkonzept, das die Airline als dreieinhalb Klassen beschreibt:
- Business Elite * (vier Plätze in der ersten Business-Reihe), basierend auf dem Safran-Unity-Sitz, mit zusätzlichem Platz und einem 32-Zoll-Bildschirm
- Business Class (24 Sitze, 1-2-1-Anordnung, ebenfalls Safran Unity), Sitzbreite 57 cm, Bettlänge 198 cm, 132 cm hohe Suite-Wände, 22-Zoll-Bildschirm
- Premium Economy (39 Sitze, 2-3-2, Sitzabstand 38 Zoll)
- Economy Class (223 Sitze, 3-3-3, Sitzabstand 31 Zoll)
* Die Business-Elite-Suite ist baugleich mit dem Produkt, das Japan Airlines auf ihren neuen A350-1000 einsetzt.
Preise und Punkte
Eine einwöchige Hin- und Rückreise ab 1. Juli mit Rückkehr am 8. Juli wird, mit Stand von heute, wie folgt bepreist:
- Business Class: 4.341 Euro
- Premium Economy: 1.388 Euro
- Economy Class: 925 EUro
Die Preise liegen regional eher im oberen Bereich, und ob sie sich mittel- bis langfristig auf einem anderen Niveau einpendeln, ist noch offen. Riyadh Air gehört bisher keiner Allianz an.
Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum ist Riyadh Air bisher kein direktes Thema, weil weder Frankfurt, München, Wien noch Zürich auf der Startliste stehen. Interessant wird die Airline trotzdem, sobald die Bangkok-, Kuala-Lumpur- und Mumbai-Strecken aktiviert sind. Ein Routing von DACH über Riyadh nach Südostasien oder Indien wäre dann eine echte Alternative zu Emirates, Qatar, Etihad oder auch Turkish. Wer das neue Produkt vorab testen möchte, hat aktuell nur die London-Verbindung als Option.

