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Review: Thai Airways First Class Suiten in der 777-300 ER


Nachdem es vor 3 Tagen mit Finnair in deren BusinessClass nach Bangkok (BKK) ging, geht es nach einer Umplanung schon heute zurück nach Frankfurt und nicht morgen mit Finnair via Helsinki. Daher reise ich dann heute mit Thai Airways in den Suiten der First Class.

Anreise und CheckIn:

Anders als auf dem Hinweg wo es mehr als eine Stunde ins Mandarin Oriental gedauert hat, erreiche ich den Flughafen heute binnen 25 Minuten. Nachdem der Fahrer kaum vor dem First- und BusinessClass Eingang der Thai gehalten hat, nimmt ein freundlicher Helfer sogleich das Gepäck und selbst mein Handgepäck und die Jacke sollte ich nicht selbst tragen.

Nach wenigen Metern erreichen wir den, links vom Eingang gelegenen FirstClass CheckIn. Hier warten schon bequeme Sessel, gekühltes Wasser und kalte Tücher und außer dem abgeben meines Passes passiert alles weitere dann auch automatisch. Mit einem Lächeln kehrt die Dame nach Minuten mit der Bordkarte zurück um dann erschrocken festzustellen das ja meine Miles&More Nummer fehlt und so eilt Sie zurück um die nachzutragen. Schließlich, so meint Sie, wäre es unnötiger Aufwand für mich, diese nachtragen zu lassen, auch wenn ich das nicht finde.

Der freundliche Herr vom Eingang schnappt sich somit auch gleich wieder mein Handgepäck und meine Jacke und bringt mich zur Sicherheitskontrolle wo exakt niemand außer den Angestellten ist. Daher ist das Thema Sicherheitskontrolle binnen Minuten erledigt und er fragte tatsächlich, ob er denn mein Macbook und das iPad wieder in die Tasche packen darf- Danke, schaffe ich aber gerade noch selbst.

Die Thai Royal Silk First Class Lounge:

Dann geht es 10m weiter eine Rolltreppe eine Etage tiefer, hier befindet sich auch der Eingang zur Thai BusinessClass Lounge. Da ich ja in die dahinter befindliche FirstClass Lounge soll und diese einige Meter zu laufen wäre, eilt sofort der nächste Herr mit dem „Wagen“ zur Hilfe und fährt mich sodann zum Eingang oder Lounge wo sogleich eine Begrüßung mit Namen erfolgt. Nachdem die Frage nach einer SPA Behandlung beantwortet ist und eine Zeit vereinbart, geleitet man mich sodann in die Lounge. Unterschiedliche Bereiche zum Entspannen stehen hier zur Verfügung. Während es viele Sessel und Sitzecken gibt, existieren auch noch 5? Séparés. Diese sind zwar nicht verschießbar sondern nur durch halboffene Wände getrennt, bietet aber mit Sesseln, einem Schreibtisch mit einem Mac und einem eigenen TV noch etwas mehr Ruhe als der eigentliche Loungebereich.

Im hinteren Bereich der Lounge befindet sich noch ein exklusiver „Restaurantbereich“ mit etwas mehr als 22 Plätzen. In Anbetracht der Tatsache das es erst morgens um kurz nach 10 ist, entscheide ich mich für den vorderen Bereich der Lounge.

Das Zeitschriften und Zeitungsangebot ist umfangreich und neben asiatischen Ausgaben auch in englisch und deutsch vorhanden. Natürlich dürfen Ausstattungen wie ein Businesscenter mit Computern und Druckern ebenso nicht fehlen, wie Waschräume mit Duschmöglichkeiten.

Nachdem ich mich dann etwas „häuslich eingerichtet habe“, folgt neben der bestellten Coke und einem Espresso auch gleich die Frage nach dem Frühstück. Da die Speisenauswahl in unzähligen Varianten vorhanden ist um sowohl asiatische als auch amerikanische oder europäische Gaumen zu verwöhnen gibt es hier keine Karte sondern ein iPad. Hier sind die Gerichte vollständig beschrieben und mit Bildern dargestellt und erleichtern das bestellen und die Auswahl der Speisen.

Der SPA Bereich:

Dieser befindet sich ca. 30m außerhalb der Lounge und nachdem die Zeit für die Behandlung kam holte man mich in der Lounge ab und begleitetet mich dann in den SPA. Auch hier- Begrüßung mit Namen und zur Einstimmung erst einmal kühle erfrischende Tücher und ein leckerer Ingwerteee. Die Behandlung selbst dauerte knappe 20 Minuten und ich hatte mich für eine Schulter- und Nackenmassage entschieden. Alternativ standen auch noch weitere Massagen und Behandlungen zur Auswahl. Auch nach der Behandlung folgten dann noch einmal Tee und kleine thailändische Snacks bevor ich mich entschied wieder zurück in die Lounge zu gehen.

Wer noch shoppen will, der findet hier auch gleich die Möglichkeiten im umfangreichen Angebot des hiesigen Dutyfree Bereiches, aber ich verzichte heute dankend, wie fast immer. Ich weiss nicht wie es Euch geht, aber gerade wenn man viel unterwegs ist bringe ich maximal noch was für andere mit, selbst brauche ich meist doch nichts weiter.

Boarding und Kabine:

Nachdem das Boarding um 12:35 Uhr beginnen soll begleitet mich die Dame aus der Lounge rechtzeitig zum Gate C3 und fährt mich mit dem gleichen „First-Class-Fahrzeug“ bis ans Gate. Eine Treppe herunter und direkt in die Maschine, wo man mich direkt an der Tür mit Namen begrüßt und zur Suite 2A begleitet. Die „kleine“ FirstClass Kabine in der 777 ist mit einer 1-2-1 Bestuhlung in 2 Reihen ausgestattet, so dass maximal 8 Passagiere hier Platz finden. Die Mittelplätze eignen sich daher eher für gemeinsam reisende Passagiere, denn mit den verschossenen Türen lässt es sich hier gut aushalten.

Die Suiten an den Seiten eignen sich um so besser für allein Reisende und bieten mit 3 Fenstern einen wunderbaren Ausblick. In der 777 bietet Thai hier mit Türen abtrennbare Suiten wie beispielsweise auch Emirates in vielen der Maschinen. Dazu gibt es ja ganz unterschiedliche Meinungen. Einige meiner öfter mitreisenden Freunde oder Kollegen bevorzugen die offene Konfiguration, wie Sie zum Beispiel in der FirstClass von Swiss oder Lufthansa zu finden ist. Als Grund wird oftmals angeführt, dass der Service bei den geschlossenen Kabinen leidet da man etwas abgeschottet ist. Gerade für lange Flüge (heute sind es 11,5 Stunden) finde ich diese Suiten aber ganz praktisch. Während es Essens kann man die Türen geöffnet lassen, danach jedoch ist man sehr privat und abgeschottet zum schlafen oder fernsehen.

Die Suite und der Sitz:

Auch wenn es schon eine etwas ältere Maschine ist, die Sitze und Kabinen sind gut in Schuss und vermitteln einen hochwertigen Eindruck. Das typische Thai rot schafft ein wohliges und wohnliches Gefühl und wird auch durch die dunklen Türen im Holzdekor unterstützt. Der Sitz ist so konzipiert, dass man hier auch problemlos zu zweit essen kann, denn die Ottomane kann als 2. Sitz genutzt werden und ist mit einem weiteren Sicherheitsgurt ausgestattet. Im Bereich der Türen ist eine eigenen Garderobe sehr praktisch und so lassen sich hier die Jacke, das Hemd nach dem Umziehen oder einfach die eigenen Siebensachen verstauen und sind schnell wieder verfügbar.

Neben einer internationalen Steckdose sind im hinteren Ablagebereich auch noch zwei USB Anschlüsse vorhanden, die das Smartphone oder sonstige Geräte laden lassen. Die Bedienung des Sitzes erfolgt über ein TouchPanel oder über vier vorbelegte Tasten.

Diese bieten schnell zugängliche feste Positionen für Takeoff, Essen, TV schauen oder schlafen. Weitere und unzählige Verstellmöglichkeiten und die Massagefunktion in verschiendenen Stufen und Bereichen bietet der Touchscreen.

Hier lassen sich gezielt die Bereiche des Sitzes auswählen, welche verändert werden sollen, einfach noch einmal je nach Wunsch anpassbar und über die Memoryfunktion speicherbar. So kann auch nach dem Schlaf schnell wieder in die zuvor gewählte Position zurück gekehrt werden. Im Seitenbereich des Sitzes befinden sich mehrere Ablagen. So ist Platz für Zeitungen, die eigenen Sachen oder einfach all das, was sonst noch so mit auf der Reise ist. Das Amenitykit befindet sich bereits bei Ankunft in der Suite, dazu unten mehr.

Apropos schlafen- nach dem ersten Service und einem ausgiebigen Essen wird mein Sitz zum Bett umgebaut, denn bei mehr als 11 Stunden Flug sollte sich etwas Zeit zum schlafen finden. Dabei bekommt der wunderbar breite Sitz eine dicke Auflage und wird mit den zwei Kissen und einer wunderbaren und wärmenden Decke zu einem fast vollwertigen Ersatz eines Bettes zu Hause. Selbst ich, der zu Hause oft in Bauchlage am besten schläft hat hier mehr als genug Platz. Auch für größere Reisende bieten die knapp 2 Meter genug Möglichkeiten sich auszustrecken.

Der Sitz hat somit insgesamt eine volle Punktzahl mehr als verdient, auch wenn der nicht mehr der neuste ist und der neue Sitz im A380 bestimmt auch spannend wird, welcher ab Dezember auf der Frankfurtstrecke eingesetzt wird. Davon werdet ihr dann später lesen können, war ja nicht das letzte mal nach BKK.

Bereits beim Einsteigen warteten in der Suite auch schon einige deutsche Tageszeitungen, Magazine wurden dann ebenfalls noch angeboten und waren sowohl in deutsch und englisch in ausreichender Anzahl an Bord vorhanden.

Das Inflight Entertainment:

Der Bildschirm ist mehr als ausreichend groß und bietet somit gute Möglichkeiten bei einem Film zu entspannen oder einfach nur die Flugstrecke dort zu beobachten. Erstaunlich viele Filme waren in englisch, asiatischen Sprachen aber auch in deutsch verfügbar und so sollte sich genügend finden um sich die Zeit (die man nicht schläft) zu vertreiben.

Die Bedienung erfolgt über die Fernbedienung in der hinteren Ablage und war teilweise etwas schwergängig. Dennoch hat Sie den Zweck erfüllt und ist natürlich nicht mit den neuen und modernen Touchscreens zu vergleichen. Wer also der „totale Filmjunkie“ ist, wird vielleicht etwas enttäuscht sein im Vergleich zu anderen Airlines, mir persönlich ist das Angebot umfangreich genug.

Amenities in der First:

Anders als in der BusinessClass (mit Ausnahmen wie bei Qantas) gibt es in der First Class neben dem Amenitykit auch gleich noch Schlafanzug und Latschen. Obwohl ich immer noch mit meinem eigenen Schlafanzug von Swiss unterwegs bin, ist der von Thai durchaus schön und bequem und in dezentem grau gehalten.

Das Kit selbst ist zur Zeit von Thumi und in schlichtem schwarz. Neben üblichen Sachen wie Augenmaske, Zahnbürste und Ohrenstöpsel bestehet das zehnteilige Set noch aus anderen Kleinigkeiten. So ist Creme, Eu de Cologne, Lippenbalsam, Mund- und Gesichtsspray vorhanden. Auch wenn die Kits oft im Flieger bleiben, dieses ist nicht nur schön, sondern auch praktisch und kann später weiter genutzt werden, sei es als Waschtasche oder zur Aufbewahrung von Buntstiften meiner Kinder.

Das Essen:

Aufgrund des längeren Fluges gibt es zweimal einen Service mit mehrgängigem Essen. Dieses ist ein Mix aus thailändischem und internationalen Essen, so kommen auch europäische Gaumen auf ihre Kosten. Los geht es heute mit Hühnchen mit Pandan Blättern und einer asiatischen Soße. Direkt danach folgt der Weißstör Kaviar mit klassischen Beilagen und wer mag auch passendem Vodka dazu.

Im weiteren Zwischengang kann zwischen Lachs- und Krabbenfleischröllchen mit Lachskaviar oder einem scharfen, thailändischen Krabbensalat gewählt werden. Meine Entscheidung fällt auf die erste Auswahl, trifft aber meinen Geschmack nicht so ganz, macht aber nichts. Im Hauptgang werden vier Optionen angeboten, wobei vor dem Flug online noch eine Unmenge an anderen Gerichten vorbestellt werden konnte, aufgrund der sehr kurzfristigen Buchung bin ich aber auch mit den Gerichten hier sehr zufrieden und entscheide mich für das Filetsteak-Curry mit Reis und gebratener chinesicher Wurst. Nie vorher gegessen und sehr überrascht wie lecker diese Wurst war.

Das Curry selbst war absolut hervorragend und mal schauen ob ich es im Zweifel beim 2. Service nochmals bestelle. Für die deutschen Gaumen wäre auch Hühnerbrust mit Kartoffelpüree oder Schweine Condon Bleu mit Petersilienröstkartoffeln im Angebot gewesen.

Eine umfangreiche Brotauswahl, Butter mit Thai Prägung und Pfeffer aus der großen Mühle sind selbstverständlich. Den Abschluss des ersten Service macht bei mir eine Obst- und Käseauswahl und ein Espresso. Damit wäre ich für den ersten Teil mal satt und gehe dann erstmal schlafen.

Ausgeschlafen und wieder mal Hunger und so geht es weiter mit dem zweiten Service. Wer zwischendrin Hunger hatte, der konnte jederzeit den Caesar Salad, Sandwiches, Foccacia, Panninni oder Dim Sum bestellen oder sich einfach mit Keksen, Schokolade oder Kartoffelchips erfreuen. Aber nun zu meiner weiteren Speisenauswahl. Als Abendessen soll es mit Marinierten Schrimps losgehen, gefolgt von einer Hühnchen Curry Suppe. Bei dem Hauptgang entscheide ich mich dann für die Gebratene Entenbrust mit Thai Him Mali Reis und Kailan mit Knoblauch.

Nachdem auch dieses wieder mehr als lecker war, geht es noch zum Anschluss zu Petit Fours und Espresso und dann ist es auch leider schon fast vorbei mit dem sehr angenehmen Flug. Bedauerlich das es nur 11,5 Stunden waren. 🙂

Bei der Weinauswahl habe ich Euch einfach mal die Karte fotografiert, da ich ja immer noch nichts davon trinke und daher nicht beurteilen kann wie der Wein war. Als Champagner gab es Don Pérignon Vintage 2003 und auch die Spirituosenauswahl ist sehr umfangreich. Dazu ist natürlch eine sehr umfangreiche Auswahl an Kaffee- und Teespezialitäten vorhanden und neben Säften sind auch „zig“ Softdrinks im Angebot.

Wer zum Essen ein Bier bevorzugt, der kann zwischen Heineken oder Chang bzw. Singha Beer wählen. Abweichend von der Karte ist auf den Strecken nach Deutschland auch noch ein „Schloss Vollrads Riesling“ aus dem Jahre 2009 an Bord, entweder für die Deutschen die „ihren Wein lieben“ oder die Gäste, welche Deutschen Wein schon im Flug genießen möchten.

Der Service:

Vom Einsteigen angefangen, eigentlich schon vom CheckIn bis zur Ankunft in FRA war der Service sehr gut bis außergewöhnlich. Sowohl während der Mahlzeiten wurde immer wieder aufmerksam beobachtet und nachgeschenkt, ohne Nachfragen Hilfe angeboten, das Bett vorbereitet oder zwischendurch gefragt ob man noch was brauchte. Die vier Flugbegleiter wirkten gut organisiert und waren trotz voller Kabine aufmerksam, freundlich und zuvorkommend.

Positiv aufgefallen ist mir dann noch der „Arrival Service“ in Frankfurt. Die FirstClass Gäste wurden am Gate mit Schild empfangen und durch die Passkontrolle für die Crews gebracht. Auch wenn das heute Abend nicht unbedingt nötig war, da eh nicht viel los, ist das tagsüber oder in der Woche eine nette Angelegenheit, welche gerade in FRA viel Zeit sparen kann.

Final also ein rundes Produkt, guter Service und hervorragendes Essen.

Flugdaten:
TG 922, Royal First Class
Oneway BKK-FRA
102.000 THB, ca. 2.600 EUR


3 Kommentare on Review: Thai Airways First Class Suiten in der 777-300 ER

  1. Pingback: Der Bordessen-Foto-Thread - Seite 47

  2. Sehr guter Bericht. Ich bevorzuge zwar auch die „offene Konfiguration“, kann mir aber einen Flug in solch einer Suite auch ganz gut vorstellen. 😉 Die Services am Boden klingen auch vielversprechend.

  3. Pingback: Review: Thai First Class on the way BKK – FRA in B 777-300 ER | Sven blogt…

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