Finnair neue Business Class im Review – der Sitz, der sich nicht bewegt

Das, was auf den ersten Augenblick sonderbar klingt, einen Sitz, der sich nicht verstellen lässt, hat die Finnair neue Business Class für sich probiert und eingeführt. Aber ein bisschen Verstellen geht schon, dennoch irgendwie anders. Finnair verbaut in den aktuellen A330 und A350 die neuen Sitze. So werdet ihr, wenn ihr mit Finnair zukünftig unterwegs seid, zukünftig nur noch die neuen Sitze finden. Das alte Produkt, nämlich die Business Class in der A350 oder gar A330, verschwindet so nach. Auf den Maschinen, die Eurowings sich ausgeliehen hat, bleibt das Produkt vermutlich etwas länger erhalten.

(Ganz kleiner Tipp am Rande. Eurowings Discover, Flüge bspw. nach Las Vegas. Hier bucht Ihr Euch einfach ein Premium Eco Ticket, dann sitzt Ihr in der Business Class von Finnair). Doch nun zurück zur „Finnair neue Business Class“.

Insgesamt ändert sich einiges mit dem neuen Sitz. Nun schauen wir uns auf meinem Flug von Helsinki nach New York in der letzten Woche einmal das Produkt etwas genauer an.

Flug: AY15 am 11.12.2022
Finnair A330 (OH-LTU)
Flugstrecke: Helsinki (HEL) – New York (JFK)

Finnair hat gravierende Änderungen am Sitz vorgenommen und hat sich für ein sehr eigenwilliges Sitzkonzept entschieden. Doch bevor wir uns die Bedienung und die Möglichkeiten des Sitzes im Detail anschauen, starten wir unsere Reise in Finnland. Der Flughafen Helsinki, einer der entspanntesten Umsteigeflughäfen der Welt, wie ich finde. Finnair hat immer noch mit den Folgen der Flugverbote zu kämpfen und das fällt auf dem Flughafen durchaus auf. Aus diesem Grund fehlen Maschinen nach Asien und das macht den Flughafen natürlich leerer. Auch meine Reise heute beginnt wieder im Finnair Platinum Wing.

Lounge Review: Finnair Premium Wing Helsinki – die neue Lounge für Statuskunden

Hierzu braucht es aber einen Status und ein entsprechendes Ticket. Denn nur ein Business Class Ticket reicht nicht. Dafür bleibt euch dann die Business Class Lounge. Die Reviews beider Lounges habe ich Euch hier verlinkt.

Finnair Business Lounge Helsinki – Lounge Review

Unser Boarding für den New York Flug AY15 beginnt überpünktlich. So bin ich rechtzeitig am Gate und steige, gespannt auf die neue Business Class, ein. Was sofort auffällt, dass sterile Klima der Kabine ist verschwunden. Neulich beschrieb jemand das als Krankenhausfeeling. Das finde ich zwar nicht, aber trotzdem ist es nun deutlich wohnlicher.

Die Sitze überzeugen durch gedeckte Farben, dunkle Blautöne und viel Stoff statt Plastik, der die Oberflächen ziert. Der Sitz selbst ist dann weiter in einer 1-2-1 Anordnung zu finden. Das hatten wir auch schon bei der neueren Business Class im A350. Nur die alte A330 war dann noch ganz anders ausgestattet und hatte noch 1-2-2 oder 2-2-1 mit einzelnen „Thron Sitzen“.

FINNAIR A330 Review und Finnair A350 Review

Doch schauen wir uns den Sitz etwas genauer an. Dieser hat keine Rücklehne im eigentlichen Sinne, also nichts, was sich in der Schale des Sitzes weiter nach hinten bewegen lässt, sondern es gibt nur und direkt die Rückwand.

Diese ist gepolstert und schön ausgekleidet, so dass man sofort ein wohliges und wohnliches Gefühl bekommt. Der Sitz selbst ist deutlich breiter und bietet mehr Platz, was zumindest im Schulter- und Rückenbereich auffällt. Im Bereich der Füße hingegen ist es stellenweise etwas schmal. Wen das sehr stark stört, der sollte sich in die erste Reihe setzen, denn hier fehlt die schräge Einengung des Vordersitzes und so habt ihr mit den Füßen etwas mehr Platz.

Doch nun detaillierter zum Sitz. Insgesamt hat sich Finnair für gedeckte Farben entschieden und ein helles Holz oder richtigerweise eine Holzoptik. Diese finden wir auf dem Tisch und den Ablageflächen. Womit wir auch gleich bei einem meiner Kritikpunkte wären. Die Ablageflächen sind etwas spärlich, denn wer auf der Langstrecke fliegt und vielleicht noch etwas zum Umziehen, seinen Computer, sein Telefon und etwas zu lesen dabeihat, dann wird es ganz schnell eng mit den Ablageflächen.

Im hinteren Bereich, neben der Rückenlehne findet sich ein Fach mit einer Klappe und hier drin der Anschluss für USB und USB C (welches beeindruckend schnell das Handy lädt) und die Aufhängung für die Kopfhörer. Im Fach selbst ist nicht so viel Platz, um was zu verstauen. Dort passt maximal das Amenity Kit hin, welches sich bereits bei Ankunft auf dem Sitz befindet. Eine weitere Besonderheit fällt auch gleich noch auf. Die Ablagefläche an der Seite ist eine Ladestation für das Handy, schnurlos, praktisch und ohne Kabel. Wer kennt das nicht?

Gerade ist das Flugzeug gestartet, das Telefon ist fast leer und die Anschnallzeichen sind noch an, so dass man nicht an sein Gepäck kommt. Das hat sich nun erledigt, denn ihr könnt einfach das Telefon auf die Ablage legen, es lädt dann induktiv. Doch schauen wir uns den Sitz weiter in die vordere Richtung an. Dieser steht schräg im Fischgrätenmuster, was ich seinerzeit bei Singapur Airlines schon einmal nicht so richtig schön fand und da kritisiert habe. Das ändert auch hier bei Finnair nichts.

Durch das schräge Sitzen ist es für das Sitzen noch angenehm, beim Schlafen liegt ihr sehr weit schräg. Wer nicht gerade auf der Seite schläft, auf der linken idealerweise, wenn ihr auf der linken Seite des Flugzeugs sitzt und auf der rechten, falls ihr euch für die andere Seite entschieden habt, der führt unter Umständen mit den Füßen schnell irgendwo anstoßen. Und das sage ich und ich bin nicht wirklich groß. Dennoch ist der Sitz ganz anders. Und wenn ihr euch entschieden habt, euch hinzulegen oder euch ist etwas mehr gemütlich zu machen, dann könnt ihr zwischen dem Sitz und der Wand vor euch eine Fläche heraus klappen.

Diese fährt dann langsam hoch und bildet eine große ebene Fläche. Zusammen mit der gegenüberliegenden „Klappe“ und bildet sich eine große Schlaffläche. Damit das Sitzen trotzdem bequem wird, hat sich Finnair für mehrere Kissen entschieden. Ein dickes, gepolstert ist aus einer Art Schaumstoff, was den Rücken gut unterstützt und ein weiteres für darüber, darunter oder daneben. Insgesamt gefällt mir dieses Konzept gut und ist deutlich bequemer als erwartet. Ich hätte nicht gedacht, dass man so bequem sitzen kann. Auch zum Lesen, Arbeiten oder Essen ist es deutlich bequemer, als zunächst angenommen.

Dennoch wer gerne in einer angelehnter Schrägposition Filme schaut, der wird vielleicht etwas enttäuscht sein. Insgesamt ist der Sitz bequem und ich kann und will mich auch keinesfalls beklagen. Durchstöbert Ihr die Reviews im Netz, so gibt es von „ganz großartig“ bis „ganz furchtbar“ alles. Ich persönlich finde, es ist weder das eine noch das andere. Es ist irgendwas in der Mitte. Ich kann mir durchaus vorstellen, den Sitz länger zu fliegen und nicht nur die kurzen acht Stunden bis New York. Gerade auf den Asienstrecken, die heute durchaus dreizehn oder vierzehn Stunden dauern können, dank dem gesperrten Luftraum. Am Sitz finden sich weiteren Ablage vorne links oder rechts, je nachdem an welcher Seite ihr sitzt. Verschließbar mit einer Klappe, da bleibt genug Platz, um Kleinigkeiten zu verstauen.

Auf dem Sitz warten ebenfalls schon eine Sitzauflage, die etwas dicker ist und die Liegefläche nochmals etwas angenehmer macht. Zudem eine große und warme Decke. Selbst ich, der sonst grundsätzlich und immer eine zweite Decke braucht, der war diesmal glücklich und zufrieden mit der einen. Das lag aber auch daran, dass die Kabine nicht wieder in arktische Temperaturen gehüllt war, das kennen wir von einigen Airlines ja zur Genüge. Ansonsten ist es ein durchdachtes Konzept und besser im Vergleich zu dem, was ich ursprünglich erwartete.
Der Service und die Crew ist wie immer ausgesprochen freundlich und gibt sich wirklich Mühe. Es ist und bleibt das Gefühl, willkommen zu sein. Auch was das Essen und die Getränke angeht, ist Finnair weiterhin einer meiner Favoriten. Nordisch, wenig „Schi Schi“, aber solide und lecker.

Gerade mit der letzten Änderung am Catering und dem neuen Geschirr ist es noch mal ein bisschen schöner geworden. Die Vorspeisen kommen auf dem Tablett mit dem Hauptgang. Bei den Vorspeisen finden sich zwei unterschiedliche Optionen, die serviert werden. Bei den warmen Hauptgängen gibt es drei bzw. vier zur Wahl. Ich entschied mich heute für die Fischvariante, es gab Regenbogenforelle. Diese war beeindruckend gut, perfekt gewürzt, Erbspüree und Muschelsoße dazu, ganz großartig. So gut, dass ich behaupten würde, so guten Fisch hatte ich an Bord eines Flugzeuges lange nicht mehr. Ansonsten hat Finnair mit den letzten Änderungen die (vorwiegend) Vorspeisenportionen etwas verkleinert, weil zu viel weggeworfen. Eine puristische Gestaltung der Speisen macht es auch hübsch ansehnlich, das Auge isst ja bekanntlich mit.

Neu bei Finnair, dass es jetzt neu Snacks während des Fluges gibt, und das proaktiv. Neben der On-Board-Bar (einer Möglichkeit, sich selbst mit Snacks zu bedienen, die sich in der Galley aufgebaut befindet, gibt es mehrfach während des Fluges jemanden, der durch die Kabine kommt und fragt, ob Ihr nicht noch von den Kleinigkeiten möchtet. Angefangen von Obst oder Käse bis hin zu Chips, Schokolade oder Haribo. Dieses ist ein mittlerweile weit verbreitetes Konzept und das führen durchaus viele Airlines nach und nach ein. Ich behaupte, einer der Vorreiter war British Airways mit der Club Kitchen, in der sie während des Fluges kleine Snacks zur Verfügung stellen.

Das Amenity Kit von Finnair.

Es ist weiterhin das kleine Blaue. Klein und blau deshalb, weil es damit gut zum Design passt und weil es einen späteren Nutzen haben soll. So lässt sich dieses Teil hervorragend zum Beispiel als Tasche für den Reisepass oder für diverse Kabel oder andere Kleinigkeiten nutzen. In meiner Charity Aktion findet Ihr eine Unmenge davon, falls Ihr noch etwas zu Weihnachten braucht, oder Euch selbst etwas schenken möchtet.

Finnair neue Business Class – Fazit

Im Gegensatz zur alten Business Class ist diese deutlich gemütlicher und sieht wohnlicher aus. Weg vom kühlen nordischen Design in hellgrau, hin zu dunklem Blau, viel Stoff und Gemütlichkeit. Der Service war, wie immer, hervorragend und so gibt es auch an dem Flug insgesamt überhaupt nichts zu meckern. Finnair und auch der Flughafen Helsinki sind nach wie vor einer meiner Favoriten.

Warum? Weil man aus Deutschland schnell nach Finnland kommt und von dort aus direkt weiter in die Welt. Finnair konzentriert sich auch aktuell auf Ziele in Nordamerika und Asien. Die asiatischen Ziele sind mittlerweile zum Großteil wieder aufgenommen. So wird neben China auch Japan wieder angeflogen, Singapur und Bangkok ebenfalls, so dass ihr eine Reihe von Zielen aktuell wieder buchen und nutzen könnt. Solltet ihr einmal auf dem Weg nach Hawaii sein, bietet sich auch da Finnair an, denn es fliegt ja von Helsinki nach Los Angeles der A350 und dort geht es weiter mit einem Anschluss mit American Airlines bis Hawaii. Die Anschlüsse passen somit perfekt.

Dann könnt ihr vielleicht diesen Ausblick, den ich jetzt hier im Hyatt Regency Waikiki Beach habe, auch genießen. Eine Hotelbuchung mit den Benefits wie 100$ Guthaben, frühem Check-in oder spätem Check-out, sowie dem kostenlosen Frühstück könnt ihr über das svenblogt-Hotelprogramm buchen. Das verlinke ich unten und es gilt natürlich nicht nur für Hawaii, sondern für andere Reiseziele der Welt.

Ausblick aus dem Zimmer, Hyatt Waikiki Beach

So kommt Ihr in Hotels mit Statusvorteilen und braucht selbst gar keinen Status.

Mehr Infos dazu findet Ihr auf meiner Hotelsuche.

Und jetzt zurück zu Finnair. Es weiterhin eines meiner favorisierten Businessclass Produkte in der Gesamtheit und ich fliege es wirklich sehr gern. Der große Vorteil, zum Beispiel bei Flügen nach Nordamerika, dass diese Flüge eine ordentliche Länge haben. Der New York Flug dauert knapp über acht Stunden. Da lässt es sich auch auf dem Rückweg gut schlafen und das Ganze länger, im Vergleich zu den kurzen Hüpfern von sechs Stunden nach London. Alles in allem also ein gelungenes Produkt.

Wenn ihr Fragen dazu habt oder noch etwas anderes wissen wollt, dann stellt diese einfach in den Kommentaren, bei Instagram oder auf anderen Plattformen. Seid ihr selbst schon das neue Produkt geflogen? Wie hat es euch gefallen?

BoardingArea