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BE NICE! Eine Geschichte von Verspätungen und Überraschungen


Auch wenn es schwer fällt, auch Hawaii muss man irgendwann wieder verlassen und so habe ich wie immer den Online Check In genutzt und für meinen Rückflug mit American eingecheckt. Es sollte mit der Boeing 777 von Honolulu nach Dallas gehen, dann weiter nach New York und von dort mit Finnair nach Europa, genauer nach Helsinki und Stockholm.

Wie Ihr solche Karten selbst mit GCMAP erstellt, erfahrt Ihr durch das Klicken in die Karte

Die Fragezeichen für das Routing, die sicher bei einigen nun im Kopf herumschwirren, löse ich gern auf. Honolulu Dallas deswegen, weil es eine der wenigen Strecken mit einer Langstreckenmaschine ist. Und ja, es sind „nur 7 Stunden“, aber bei einem Abflug um 20 Uhr und Ankunft um 8:25 Uhr ist Schlaf keine so falsche Idee. Das geht nun einmal im Bett besser, als aufrecht im Sitz.

Warum dann New York ist auch einfach, ich wollte mich dort noch mit Freunden und einem Follower von Instagram treffen und daher bot sich eine Nacht in der Stadt an. Am nächsten Abend sollte es dann nach Helsinki gehen. Auch hierfür eine simple Erklärung. Gerade im Winter und Frühjahr sind die Flüge aus New York und anderen Städten an der Ostküste nach London (und auch so nach Europa) kurz, sehr kurz. London wird in knappen 6 Stunden erreicht, da ist man weder wach noch ausgeschlafen. Die Verbindung über Helsinki hat durchaus da Vorteile.

Finnair A330/340 Business Class – Klicken für das Review

Das Produkt von Finnair mag ich sehr gern, den Airport auch und die Abflug- und Flugzeiten passen gut. Gerade bei den vielen Specials, die in Skandinavien beginnen (meines auch in Stockholm) und damit auch enden sollten, ist das somit eine tolle Wahl. Wer zudem Statuspunkte bei BA sammeln möchte, der sollte bei dem Routing auf LHR-HEL achten, dazu aber ein anderes Mal mehr.

Doch soweit zu dem Plan. Der änderte sich schlagartig, als ich im Hyatt Regency Honolulu ausgecheckt hatte und die Tür des UBER geschlossen hatte. Kaum war ich um die erste Ecke auf dem Weg zum Airport, da kam die Push Nachricht von American.

Aus 20:06 Uhr Abflug (wer denkt sich solche Zeiten aus?) sollten dann mal schnell 0:14 Uhr werden. Also knappe 4 Stunden. Nun kann man sich darüber aufregen, oder einfach versuchen das beste daraus zu machen. Wie wir später erfahren werden, war eine defekte Batterie der Grund. Diese kam dann erst mit der 22 Uhr Maschine aus Los Angeles und musste auch noch eingebaut und getestet werden.

Als ich also kurz vor 18 Uhr am Flughafen eintraf, hatte ich schon 16 und dann weitere 20 Minuten in der Warteschleife verbracht. Die Callcenter von American waren überlastet, da es schon seit Tagen recht massive Störungen durch Wetterereignissen in den USA gibt.

Zudem kommt bei Verbindungen aus Honolulu dazu, es gibt eben nicht so viele. Da ist es dann auch recht schwer umzubuchen, wenn klein Platz da ist, ist eben keiner da. Auch auf den nächsten Tag ging es nicht. Nun hat American sich schon Gedanken gemacht und mir zwei weitere Flüge in die Buchung geschrieben.

Honolulu – Los Angeles mit der 22 Uhr A321 in Eco statt First/Business

dann weiter  mit der Los Angeles – New York Verbindung in A321 First, statt Business

Man hat sich also schon Gedanken gemacht und zumindest mal Plätze gesichert. Ich würde also noch wegkommen.

Nun möchte weder meine Schulter noch mein Rücken die Nachtverbindung in Eco und ich auch nicht wirklich. Daher habe ich dann nach Alternativen gesucht und schon mal am Schalter Bescheid gesagt, dass man den Platz durchaus gern jemandem geben kann, der dringend nach Hause muss oder will.

In der Zwischenzeit war auch klar, dass mein Anschluss in Dallas dann weg war, die spätere Maschine auch gleich unerreichbar. So hat sich jemand gedacht:

Buchen wir ihm mal was nach La Guardia statt New York JFK und sichern schon mal den Platz.

Allein das ist großartig, weil man sieht, hier macht sich jemand / ein System „Gedanken“. Doch nachdem zunehmend klar wurde es könne auch länger dauern, wurde auch ein zeitlich brauchbarer Aufenthalt in New York immer unwahrscheinlicher. Ankunft nach Mitternacht statt 16 Uhr, bei gleichem Abflug, das macht alles wenig Sinn. Doch nun kommen wir wieder zu dem, was ich immer und immer wieder sage (als Beispiel hier mein Qatar Erlebnis in Doha)

SEID VORBEREITET – bietet durchaus etwas an

Da kommt wieder mein Lieblingstool EXPERTFLYER ins Spiel. Die Beschreibung und was es alles kann habe ich hier beschrieben:

expertflyer Guide Teil I: Flüge suchen, Sitzpläne und Auslastung anzeigen

Also habe ich mir schon während der 30 Minuten Warteschleife mögliche Alternativen überlegt. Also Routings über Dallas, dann weiter nach London, dann Helsinki (da wollte/ musste ich ja noch meinen anderen Kram abholen, der schon seit 2 Wochen im Schließfach ist und langsam teuer wird) und dann nach Stockholm wo mein Ticket regulär endet.

Also wollte ich aus HNL – DFW – JFK – HEL – ARN gern etwas machen wie HNL – DFW – LHR – HEL – ARN. Warum nun gerade so, das hat eher wieder persönliche Gründe. Zum einen waren es alles schöne Maschinen/ Produkte, zum anderen war es auch aus Gründen des Schlafrhythmus die sinnvollsten Optionen. Warum? Ich kann nachts nach Dallas, dann dort duschen, weiter auf dem langen 8,5 Std. Flug nach London, Duschen, frühstücken, weiter nach Helsinki. Auch das ist nett, weil es eine der wenigen Verbindungen ist, die Finnair auch für die Kurzstrecke mit einem A350 fliegt. Der Grund ist einfach, einmal Kapazitäten, auf der anderen Seite würde dieser sonst in Helsinki den Tag über herumstehen. Kommt morgens aus Asien und geht abends erst wieder dahin.

Nun musste ich diese Idee nur noch den Damen und Herren am Callcenter verkaufen. Normal werdet Ihr umgebucht wie es gerade passt und ggf. auch so, dass wenig Zeit verloren geht. Nun sind diese Damen und Herren derzeit eh „unter Stress“ aufgrund des Wetters, auf der anderen Seite müssen auch hier in einigen Abfragen erstmal Verbindungen gefunden werden, die so passen.

Das hatte ich ihnen ja nun schon abgenommen. Ich habe Flüge herausgesucht, in der es in Business durchgehend Plätze gab, solche die ausrechende Puffer haben sollten damit nicht noch was schief geht, selbst wenn der Einbau der Batterie noch etwas länger dauert. Zeit kann ich auch an Flughäfen und in Lounges mit etwas arbeiten, bloggen oder lesen verbringen und in Lounges ist das ganz angenehm.

Irgendwann war dann endlich die Warteschleife zu Ende und Virginia am Telefon.

Übrigens ein PRO TIP 1

Als erstes gebt Ihr dem Mitarbeiter nach so langer Wartezeit den Buchungscode UND eine Nummer, unter der man Euch zurückrufen kann. Wenn eine Verbindung abbricht, mehrfach erlebt, habe ich wenig Lust mich nochmal 30 Min in die Warteschleife zu hängen und alles neu zu erzählen. Klappt wunderbar.

Also habe ich Virginia nach der freundlichen Begrüßung-

Kleine Bitte: Bleibt FREUDLICH, immer, egal ob Ihr was wollt oder einfach nur etwas erledigen! Die Mitarbeiter können nun so gar nix dafür!-

erzählt, dass ich aufgrund von dem Technical hier in Honolulu stehe und schon eine Idee habe wie ich dennoch weiter komme. Dann hatte Sie auch schon die beiden alten Ideen gesehen, die in der Buchung waren. Also den Weg in Eco nach Lax und auch den mit dem knappen Anschluss nach La Guardia. Also habe ich Sie gebeten diese erstmal rauszunehmen, damit dann der Platz nach LAX frei wurde für jemanden anders.

Dann kam ich mit meiner Idee. Auf dem Screenshot oben könnt Ihr sehen, dass alle Maschinen zumindest in der J Buchungsklasse noch Platz haben, die ab DFW sogar noch in R und D.

Als Antwort kam zunächst:

„Erstmal ganz vielen Dank das Sie 1.) freundlich sind, das habe ich heute schon anders erlebt und 2.) Danke für das Verständnis. Sie haben sich ja schon umgeschaut, leider ist das eine Änderung der Routings, die eigentlich so nicht geht.

Ich wollte ja nun nicht mehr nach New York. Daher musste Sie erst mit einem und dann einem anderen Vorgesetzten sprechen und kam irgendwann, nach der Entschuldigung für die Wartezeit zurück mit den Worten:

„Eigentlich geht es nicht, aber wir machen das gern trotzdem, danke für Ihr Verständnis.“

Nach etwas Smalltalk, solange das System brauchte um das Ticket auszustellen, haben wir dann noch gemeinsam über die besten Sitze philosophiert und gemeinsam die passenden Sitze reserviert, denn auch die hatte ich bei Expertflyer ja schon gesehen.

Das schöne bei American, einmal die App während des Gespräches aktualisieren und Ihr könnt fast jeden Schritt nachvollziehen. Da fallen dann die alten Flüge nach und nach raus, neue tauchen auf und so weiter.

Also habe ich mit mehrfach und gern bedankt und einen schönen Tag gewünscht. Danach bin ich dann zum Counter getrabt und habe mir meine vier neuen Bordkarten abgeholt.

Als ich später in die Lounge in Honolulu kam wartete man schon auf mich und entschuldigte sich mehrfach, weil man mich nicht erreicht hatte. Ich hatte nur die deutsche Nummer in der Buchung und aus dem Club kann man nicht international telefonieren.

Ein Blick in den frisch renovierten American Airlines Admirals Club / die JAL Lounge in HNL

Um kurz nach Mitternacht sind wir dann los, nachdem die Lounge extra noch 1 Stunde länger aufgelassen wurde.

Jetzt war alles gut?

Nun, bis Dallas alles problemlos, bis London auch. Dann hatte der A350 ein paar Minuten Verspätung, da eine Ladeklappe klemmte. Also kamen wir mit knapp 45 Minuten Verspätung in Helsinki an. Bei einer Umsteigezeit von 60 Minuten eher blöd. Schon an Bord war klar, dass die Anschlüsse wohl weg sind. Klar. Der A350 kommt eben nachmittags auf der Außenposition an, da der sonst bis abends ein Gate blockiert. Damit muss man Bus fahren, Passkontrolle und auch die dauert am Automaten ein paar Minuten.  Auch wenn sonst in Helsinki 35 Minuten locker lassen, dieses Mal waren es nur noch 20 und der Anschluss pünktlich.

Finnair A350 Business Class – zum Review des Erstfluges klicken

Damit wurde ich schon auf die nächste Option umgebucht. Der Anschluss also nicht um 16 Uhr, sondern 17:30 Uhr nach Stockholm. Nicht wild, hatte ich doch dort genug Luft um weiter zu kommen. Ich wollte ja mit Easyjet nach Hause, irgendwann, notfalls eben morgen.

Also habe ich die App mal aktualisiert und meine neue Bordkarte abgerufen. Dennoch wollte ich etwas probieren. Also bin ich am Transferdesk abgebogen und habe einmal freundlich gefragt. Gefragt ob man mich statt verspätet nach Stockholm vielleicht stattdessen nach Berlin mitnehmen würde. Zu verlieren hatte ich ja nix. Mehr als Nein sagen geht ja nicht. Also sagte ich ihm auch, ich weiß das Finnair das sicher nicht muss, aber ich frage dennoch mal.

 

Der Herr schaute mich an und meinte: normalerweise kostet das ja eine Gebühr für die Änderung und das Ticket muss umgeschrieben werden. Aber heut haben wir es ja verbockt und waren zu spät. Wir schauen mal ob Platz ist. Das konnte ich dank expertflyer beantworten und ihm schon sagen, da gibt es in Business noch zwei Plätze.

Keine zwei Minuten später reichte er mit lächelnd meine neue Bordkarte nach Berlin und wünsche einen nun hoffentlich pünktlichen Flug.

PRO TIPP 2:

Mitarbeiter an Airport Stationen können teilweise viel mehr im Vergleich zu Callcentern. Das liegt einfach daran, dass man hier mehr und anders ändern darf oftmals.

Auch hier gilt aber: BE NICE!

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