Reise

Auf ein Neues. Mal wieder „SSSS“ auf der Bordkarte, wie es abläuft und warum es nichts Schlimmes ist


Menschen die selten fliegen, denen fällt es vielleicht zunächst gar nicht auf. vier Buchstaben auf der Bordkarte, welche anscheinend dennoch für viel Verwirrung, Angst und Panik bei einigen wenigen sorgen. In einem älteren Beitrag habe ich bereits einmal zu den

„schlimmen vier Buchstaben SSSS auf der Bordkarte“ 

geschrieben und versucht zu erklären was passiert, warum man diese bekommt und worauf Ihr Euch einstellen könnt.

Die SSSS ist ein Zeichen für die Crew am Gate oder beim CheckIn, dass Ihr für eine zusätzliche Kontrolle ausgewählt wurdet. Es gibt einige Faktoren die die Auswahl beeinflussen können, es kann aber auch so jedem passieren, ohne eines oder mehrere dieser Kriterien zu erfüllen.

  • bisherige Probleme bei der Ein- oder Ausreise in die USA

  • oneway Tickets ohne konkrete Rückflugpläne

  • Tickets mit fremder Kreditkarte bezahlt (oder fremden Meilen)

  • sehr kurzfristige Tickets oder bar bezahlte Flugtickets

  • oder eben einfach gar keines der Kriterien und Zufallsprinzip

Wann weiss ich, ob ich die Buchstaben auf der Bordkarte habe?

Nun, manchmal ahnt man es. Wenn Ihr bei einer USA Reise den Online CheckIn machen könnt und zum Beispiel nur die Bordkarte für den Zubringerflug, nicht aber die für das Segment in die USA ausdrucken oder mobil laden könnt, dann ist es zumindest ein Anzeichen.

So konnte ich gestern meinen Online-Check-In auf der Seite von British Airways problemlos durchführen, mobil abrufen konnte ich aber nur die Bordkarte von Hamburg nach London, nicht aber die von London nach New York.

Fliegt Ihr direkt, zum Beispiel mit Lufthansa ab Frankfurt, München oder Berlin in die USA, dann würdet Ihr auch diese Bordkarte oft nicht bekommen.

Am Schalter beim Check-In kontrolliert der Agent dann, wie sonst auch, Euren Pass und vergleicht die Daten mit denen des Flugtickets. Machmal ist auch einfach ein Zahlendreher schuld.

Da sind nun die vier SSSS Buchstaben – und nun?

Wie gesagt, manchen fällt es gar nicht auf, andere wiederum bekommen schon Schweißausbrüche wenn diese die Buchstaben nur sehen. Im Netz kursieren eine „Schauergeschichten“ und in den letzten Monaten haben sogar Bild Zeitung darüber berichtet wie schlimm alles ist, aber gut.

Wenn Ihr diese Buchstaben nun auf Eurer Bordkarte seht, kein Grund zur Panik. Vielleicht plant Ihr aber dennoch ein klein wenig mehr Zeit ein, kommt nicht erst kurz vor Boarding am Flughafen an, was man bekanntlich eh nicht sollte.

DIe SSSS stehen zunähechst für nichts Schlimmes, nur ein zweites „secondary“ screening steht Euch bevor und es erwarten Euch dabei vielleicht (nicht immer alles):

  • eine erneute Untersuchung des Handgepäcks

  • spezielle Fragen zum Grund der Reise, der Anzahl der bisherigen Aufenthalte, dem Reiseziel

  • Fragen zu bisherigen Reisen

  • Kontrolle auf Sprengstoff

  • Spezielle Kontrolle von Handgepäck und besonders von elektronischen Geräten

All das KANN passieren, muss es aber nicht und außer das es etwas Zeit kostet passiert auch nicht wirklich was. Vielflieger kennen das, da passiert das immer mal wieder, auch ohne das es einen speziellen Grund gibt. Eine so genannte Redress Nummer kann die SSSS vermindern, nicht verhindern.

Mehr zur Redress Number im Beitrag hier

Bei mir war die Nummer nicht eingetragen in der Buchung, wobei ich dachte ich hätte es getan, was aber eben auch egal ist.

Meine Erfahrungen der heutigen SSSS Kontrolle in London Heathrow

Zunächst die Eckdaten. Ich hatte ein British Airways Ticket, welches von Hamburg über London nach New York geht. Zwei Tage später geht es wieder zurück auf dem gleichen Weg. Bezahlt war das Ticket mit BA Avios, da der Kunde kurzfristig was will, ich irgendwann auch mal etwas von den ganzen Meilen verbrauchen muss und es einfach eine gute Option war, für 60.000 Avios plus Upgrade Voucher in Business in die USA zu kommen.

Bei BA Prämientickets gibt es manchmal noch eine Besonderheit. Wer einen deutschen Account hat, der bekommt plötzlich einen zweiten Vornamen verpasst, nämlich „Herr“ oder eben „Frau“. Irgendwie „rafft“ das System manchmal nicht, dass es nur eine Anrede in einer anderen Sprache ist, daher passt es natürlich auch mit dem Pass nicht zusammen, der ja keinen solchen Vornamen hat. Das muss es nicht sein, kann es aber.

So war ich heute bewusst nicht so spät am Gate, etwa 15 Min vor der eigentlichen Zeit für das Boarding und bin direkt mal zu den freundlichen Damen gelaufen und habe mitgeteilt, dass diese wohl noch ein paar Fragen haben. Nach Blick auf meine Bordkarte meinte sie nur: „oh, Sie wissen was kommt, sehr gut. Ich bringe Sie gleich mal runter“. 

Runter heisst hierbei nur eine Treppe oder eine Etage weiter runter, direkt vor die Tür der Airbridge. Die Sicherheitsfirma am Flughafen London Heathrow hat hier einige Tische aufgebaut und führt hier die Kontrolle und den Sprengstofftest durch.

Also runter, ich war der erste, denn die anderen der 18 auf der „SSSS Liste“ wurden dann erst später aufgerufen und nach vorn gebeten, da war ich dann schon durch.

Der Ablauf war relativ simpel. Es gab eine Liste, wo der Herr Namen, Daten und Flugnummer eintrug. Pass und Bordkarte werden Euch solange „abgenommen“, keine Sorge, gibt es dann im Anschluss gleich wieder.

Euer komplettes Handgepäck muss auf den Tisch und geöffnet werden. Es wird nicht komplett durchsucht oder ausgeräumt, zumindest meines nicht, aber es werden von diversen Stellen Abstriche bekommen. Ebenso von allen elektronischen Geräten, den Händen, den Füßen etc. Schuhe müssen auch aus, weil auch hier der Sprengstofftest gemacht wird.

Heute bei mir gab es nicht einmal weitere Fragen, nur etwas Smalltalk über Wetter, New York und BA, sonst nix. Binnen 5-10 Minuten war das Thema durch. Taschen wieder zu, elektronische Geräte wieder eingepackt und schon konnte ich direkt unten warten, also nicht wieder hoch zum Gate. Die Crew war zwischenzeitlich schon an mir vorbei und an Bord, so sollte es gleich losgehen.

Ging es auch, Minuten später war ich- dank SSSS- erster an Bord, denn während oben das Boarding für die First Class Gäste und Familien mit Kindern gerade anfing, war ich schon in meinem Sitz, hat also alles auch Vorteile.

Bis nach mir die nächsten Gäste kamen, hatte ich mich schon mit dem neuen Bettenkonzept von BA angefreundet, einiges an Fotos gemacht und werde Euch das in einem anderen Beitrag etwas genauer zeigen.

Hier also, speziell mit BA in London Heathrow, keine Sorge bei einem SSSS auf der Bordkarte und keine Panik. Ich hatte das schon bei BA, LH, CX, AA und es war überall nicht schlimm. Dauerte mal etwas länger (bei AA), sonst war es aber meist in Minuten erledigt und schränkt einen auch nicht weiter ein.

PS: Ach eines noch. Prüft vorher ob Eure elektronischen Geräte aufgeladen sind. Blöd wenn Ihr diese anschalten müsst (musste ich heute nicht, kam aber schon vor) und dann kein „Saft drauf ist“. Das Auflasen empfiehlt sich ja zudem generell vor Reisen.

PS: Noch eine Ergänzung. Bei der Ankunft in New York gab es nichts weiter. Mein Global Entry klappte wie normal, in genau 8 Minuten nach aussteigen aus dem Flieger saß ich im Taxi.


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